Der Sterbeprozess

Prozess der Desinkarnation

Allgemeines

Der Sterbeprozess oder der Prozess der Desinkarnation ist zutiefst komplex (auch emotional) und sein Ablauf kann unzählige Variationen und Variablen haben, so wie es auch unzählige Menschen und Situationen gibt. Somit kann diese Ausführung nur einen Durchschnitt der Fälle beschreiben. Um den Prozess verstehen zu können bedarf es eines tiefgründigen Studiums der spiritistischen Lehre. Als inkarnierter Mensch, auch wenn stark medial veranlagt, werden wir je nach Fall nur einen Bruchteil des komplexen Prozesses verstehen. So besteht unsere Aufgabe darin, die geistigen Helfer so gut wie möglich zu unterstützen. Es unterscheiden sich grob gesagt zwei Arten von Tod:

  • natürlicher Tod (z.B. im Alter) und
  • unnatürlicher Tod (gewaltsam, plötzlich etc.…)

In diesem Artikel betrachten wir hauptsächlich den natürlichen Tod aus spiritueller Sicht.

Für das bessere Verständnis dieses Artikels empfehlen wir den Kurzfilm mit deutschen Untertiteln
„Der Sterbeprozess (Desinkarnation) von Dimas”

Der Film veranschaulicht den Inhalt dieses Artikels sehr gut. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass für viele Menschen die Inhalte erst nach mehrfachem Ansehen des Films begreiflich werden.

Für die praktische Unterstützung als Helfer und Begleiter in diesem Prozess und um den Sterbeprozess bzw. die Trennung des Geistes vom Körper zu verstehen, ist es notwendig den Menschen nicht rein körperlich (also rein aus Materie) sondern ganzheitlich zu betrachten. Den Menschen ganzheitlich (holistisch) zu verstehen bedeutet, alle seine Bestandteile zu berücksichtigen. Der vollständige ganzheitliche Mensch besteht aus Körper, Geist (inkarniert = Seele) und Perisprit. In den folgenden Kapiteln werden diese Bestandteile und deren Hauptmerkmale beschrieben.

Körper, Geist (Seele) und Perisprit.

Besonders der Perisprit spielt bei dem Trennungsprozess des Körpers während des Sterbeprozesses eine wichtige Rolle.

Siehe Artikel „DER GANZHEITLICHE MENSCH“


Teams für die Trennung vom Körper beim Sterbeprozess

Nur wenige Menschen (mit einem höher entwickelten Geist) haben die Fähigkeit, sich selbst vom Körper zu lösen, das heißt, die Bindungen zu lösen, die sie an den physischen Körper fesseln. Die große Mehrheit braucht Hilfe und Unterstützung. Aus diesem Grund existieren in der geistigen Welt auf die Ablösung spezialisierte Teams. Der Gesamtprozess der Trennung und die entsprechende Begleitung hängen von vielen Faktoren ab. Je nach Zustand des Körpers, Verlauf der Krankheit, die zum Sterben führt, Wichtigkeit für die Allgemeinheit, Verdienst des Sterbenden, Begleitung von Menschen (Angehörige, Freunde, Pflegepersonal, Ärzte usw.) kann jemand mehr oder weniger Hilfe bei diesem Prozess erhalten.

Das zuständige geistige Team kümmert sich vor allem um vier Arbeitsfelder:
– Vorbereitung
– Schutz
– Trennung vom Körper und
– Betreuung in der geistigen Welt.

Vorbereitung – Die geistigen Helfer besuchen zu Beginn des Sterbeprozesses fast täglich die häusliche Umgebung, die Familie und den Sterbenden. Sie geben ihnen auch magnetische Hilfe. Einige Sterbende erhalten eine sichtbare künstliche Verbesserung für die Erfüllung ihrer letzten Aufgaben und für den letzten Kontakt mit ihren Lieben.

Schutz – Es gibt besetzende Geister und dunkle geistige Gruppen, die darauf spezialisiert sind, die neu Desinkarnierten zu „vampirisieren“ (Vampirismus), d.h. sie versuchen die noch verfügbare Lebensenergie abzusaugen. Daher hat das spirituelle Team die Aufgabe, den physischen Körper, den ätherischen Körper (Perisprit) und den Geist des Menschen (bis zur kompletten Loslösung) vor den Angriffen der Dunkelheit zu schützen.

Trennung vom Körper – Dieser Punkt wird in den nächsten Abschnitten als Prozess detailliert betrachtet.

Betreuung in der geistigen Welt – In der Regel werden die gerade desinkarnierten (entkörperten) Geister des Menschen in der spirituellen Welt unterstützt. Sie werden dahin geführt, wo sie am besten unterstützt werden können, zu einer Notaufnahme, zu einer mediumistischen Gruppe oder in ihre neue spirituelle Heimat.

Leider ist dies nicht immer der Fall. Denn vielen Menschen kann aus unterschiedlichen Gründen, wie bereits erwähnt, nicht geholfen werden. Sie haben z.B. noch große Laster und moralische Schulden auf sich geladen. Oder sind noch zu stark mit der Welt verbunden usw.. Niemand kann ohne die entsprechende Vorbereitung gleich auf eine höhere spirituelle Ebene gebracht werden.

Dazu Texte aus dem Buch „Arbeiter des Ewigen Lebens“: „Trotz unserer Freundschaft mit dem Sterbenden konnten wir ihn nicht begleiten. Es gibt eine strikte Aufgabenteilung der Arbeit. In dieser Angelegenheit entschied eine höhere Autorität (unsere Vorgesetzte), ihn in Ruhe zu lassen.“
„Nicht alle Desinkarnationen (Trennung des Geistes vom Körper) von würdigen Menschen verlaufen mit der vollständigen Unterstützung von Rettungsteams? Nein, nicht alle. Alle diese Prozesse erhalten den Schutz und die Hilfe der Wohltätigkeit ohne Bedingungen. Allerdings kann die Arbeit dieser spezialisierten Teams keinem gewährt werden, der sich in der ausdauernden Anstrengung des Guten nicht hervorgetan hat.“


Prozess der Trennung vom Körper

Wir sprechen hier über einen durchschnittlichen Prozess des Sterbens bei einem natürlichen Tod zuhause. Es ist ein Beispiel und basiert auf einem einfachen positiven Fall. Alle anderen schwierigeren und besonderen Fälle (abrupte Todesfälle, Selbstmorde etc..) werden hier nicht behandelt und können mit diesem Fall nicht verglichen werden.

Vorbereitung des Raumes

In vielen Fällen, bei denen der sterbende Mensch über einen längeren Zeitraum an einer natürlichen Krankheit leidet und von seiner Familie und von Freunden begleitet wird, wird eine „Aura“ geschaffen, welche die Trennungsarbeit erschwert, bedingt durch die Gedanken und Gefühle der Trauernden.  Daher ist es für die geistigen Helfer sehr schwierig, Schutzbarrieren zu schaffen. Das von spezialisierten Teams effektivste Verfahren ist eine fiktive Verbesserung der Sterbenden herbeizuführen, um der Aura der Trauernden, die oft den Sterbenden an den fleischlichen Körper „fesselt“, entgegenzuwirken. Dazu aus dem Buch „Arbeiter des ewigen Lebens“: “Unsere arme Freundin (Ehefrau des Sterbenden) ist das erste Hindernis, das wir überwinden müssen. Wir improvisieren eine vorübergehende Verbesserung, um ihre Verzweiflung zu beruhigen. (…) Die von ihr (der Ehefrau) ausgesendete Lebensenergie versorgt die Vitalzentren des Sterbenden mit scheinbarem Leben, auch wenn diese bereits in einem fortgeschrittenen Prozess des Zerfalls sind.“

Bänder werden getrennt

Während des Trennungsprozesses ist es üblich, die Anwesenheit eines befreundeten oder familiären Geistes bei sich zu haben. Die Mehrheit der Menschen von „mittlerer spiritueller Sensitivität“ sind sich dessen bewusst. Sie ahnen auch was während des Sterbeprozesses passiert. Dieses Bewusstsein hängt stark vom Grad der Loslösung und der moralischen spirituellen Entwicklung des Sterbenden ab. Denn die Anwesenheit eines geliebten vertrauten Geistes beruhigt und hilft dem Sterbenden bei der Desinkarnation sehr.

Im Buch „Arbeiter des ewigen Lebens“ Kapitel XIII wird diese Trennung wie folgt dargestellt:
„Jerome sagte mir ich soll aufmerksam bleiben, meine Hände legte ich an die Stirn des Patienten. Dann ging er in die komplexe und stille Arbeit der Magnetisierung über. Zuerst desensibilisierte er vollständig die inneren Organe, um dort die Trennung zu erleichtern. Dann, unter Verwendung von längst gerichteten Handauflegungen, isolierte er das gesamte sympathische Nervensystem. Und später neutralisierte er die inhibitorischen Fasern im Gehirn.“

(…) der Betreuer erklärte: „Wie du weißt, gibt es drei grundlegende Bio-Regionen, die im Dienst der Loslösung der Seele extreme Sorgfalt verlangen:

  • das vegetative Zentrum, das mit dem Bauch verbunden ist, als Sitz der physiologischen Manifestationen;
  • das emotionale Zentrum, die Zone der Gefühle und Wünsche, in der Brust (Thorax) und
  • unser geistiges Zentrum im Gehirn, als das Wichtigste.“ (…)

„Er bat mich um Sorgfalt bei der Verabreichung magnetischer Energien am Gehirn des Sterbenden. Er begann auf dem Solarplexus zu operieren, indem er Schleifen löste, die physische Kräfte lokalisierten. Zu meinem Erstaunen bemerkte ich eine gewisse Menge an milchiger Substanz, die aus dem Bauchnabel strömte und herum schwebte. Die unteren Gliedmaßen streckten sich mit Kältesymptomen.“ (…)

Ein weiteres Beispiel spezialisierter Arbeit durch den geistigen Leiter der Trennungsarbeit: „Jerome konzentrierte die Handauflegung auf die Brust. Er lockerte die Bänder, die den zellulären Zusammenhalt im emotionalen Zentrum aufrecht erhielten. Er arbeitete an einem bestimmten Punkt des Herzens, der als mechanische Pumpe funktionierte. Eine neue Menge Substanz verließ den Körper, ausgehend von der Magengegend bis zum Hals. Ich merkte, dass alle Muskeln stark gegen die Loslösung der Seele arbeiteten. In einer verzweifelten Anstrengung leisteten sie Widerstand gegen die Loslösung. Das verursachte quälende Not bei dem Sterbenden. Das physische Feld bot uns Widerstand und bestand auf der Beibehaltung seines spirituellen Meisters.
Aber dann erreichten wir den Koma- Zustand des Körpers.“

Trennung von der Silberschnur

Nach der Trennung des Perisprits vom Körper (Loslösung des Ätherkörpers) wird die Silberschnur in der Regel erst einige Stunden später vollständig getrennt. Lesen wir dazu weiter aus dem Buch „Arbeiter des Ewigen Lebens“: „Der Assistent machte eine kurze Ruhepause und intervenierte jetzt wieder im Gehirn. Es war der letzte Schritt. Er konzentrierte all seine potentielle Energie in der Rautengrube und brach etwas auseinander… Eine leuchtende goldig-violette Flamme trennte sich vom Gehirn und absorbierte die gesamte milchige Substanz. Die Flamme verwandelte sich in den Kopf unseres Freundes. Danach wurde der gesamte perispritale Körper von Dimas, Glied für Glied, aufgebaut. Und der neue Organismus tauchte vor unseren Augen wieder auf. Diese Flamme stellte die höheren Prinzipien der Persönlichkeit dar. Der perispritale Organismus gewährleistete den Zusammenhalt der verschiedenen Atome, welche die neuen Schwingungsdimension bilden.
Dimas – körperlos – erhob sich einige Zentimeter über der „Dimas-Leiche“. Er war jetzt nur durch eine leichte Silberschnur am Körper befestigt. Sie ist ähnlich einer subtilen Elastik. Sie band das materielle Gehirn mit dem feinstofflichen verdünnten Gehirn des befreiten ätherischen Organismus.
Für die verkörperten Menschen war Dimas nun verstorben. Aber die feinstoffliche Schnur (Silberschnur) soll noch bis zum nächsten Tag erhalten bleiben. Der Verstorbene kann sich noch nicht so schnell davon trennen. Ich bitte Dich, bei ihm zu bleiben. Dimas wurde zugestanden, diese Begleitung und den Schutz zu erhalten. Allerdings konnte jeder sein Zuhause besuchen. Die Orte in dem der Verstorbene aufgebahrt wird, sollen Orte der Ruhe und des Gebetes sein. Verzweifelte Trauer oder sentimentales Unverständnis stören sehr diesen Prozess der Trennung des Geistes vom Körper nach dem Tod.
Am nächsten Tag kamen wir wieder, um die letzte Verbindung mit dem Körper zu trennen. Es war noch kurz vor dem Begräbnis. Ich sah, dass Dimas jetzt einen viel komplexeren, kompletten perispritalen Körper hatte. Jerome mit all seiner klinischen Erfahrung machte eine letzte Analysis. Dann trennte er ihm die letzte Verbindung.
Dimas war jetzt frei als Geist und wachte langsam in der geistigen Welt auf…“

Im Buch „Leben jenseits des Grabes“, Kapitel 19, wird beschrieben: “… Die Desinkarnation erfordert noch weitere komplexe Operationen. Denn die Intimität, die sich während der Jahre menschlichen Lebens zwischen dem Perisprit und dem physischen Körper aufgebaut hat, kann nicht in ein paar Minuten technischer Eingriffe rückgängig gemacht werden. Abgesehen von Katastrophenfällen oder von gewaltsamen Todesfällen, bei denen die Intervention von Assistenztechnikern erst nach dem Tod des Körpers registriert wird, sollen die Desinkarnationen schrittweise, in verschiedenen Etappen zwecks Befreiung der Seele vollzogen werden.“

Die große Mehrheit der Geister, die sich im Prozess der Desinkarnation befinden, sind immer noch in irgendeiner Weise mit der physischen Materie verbunden. Das kann aus Liebe zur Familie, zu Gütern, zu Sorgen sein, die sie hinterlassen. In Anbetracht dessen ist der Prozess der Desinkarnation allmählich und der Bruch der Silberschnur, der letzte Schritt im Prozess der Loslösung, wird (in den meisten Fällen) erst einige Zeit später durchgeführt.

Zu diesem Thema haben wir die klugen Worte vom Autor „Bezerra de Menezes“ in dem Buch „Ich bin zurückgekehrt“: „Bezerra stellte klar, dass es in den meisten Fällen nicht möglich sei, die Desinkarnation so schnell zu vollziehen, da die Geschwindigkeit der Befreiung weitgehend von dem mentalen Leben und den Ideen abhängt, mit denen der Mensch noch aus seiner irdischen Erfahrung verbunden ist.“

Bis zum Bruch der Silberschnur befindet sich der Geist „gefangen in einer Blase“ (Worte von Bezerra de Menezes). Er ist anfälliger für den Einfluss der Umwelt, in der er sich befindet. Der Mensch ist in einem Zustand der Verwirrung und ist schwach. Nach der Trennung kommen sein Bewusstsein und seine Kraft schrittweise wieder zurück.

Nur für die am weitesten entwickelten Geister geschieht diese Trennung fast unmittelbar.

Ätherisches Doppel und Vitalkraft

Im ätherischen Doppel (Ätherkörper) ist unsere Vitalkraft (Lebensenergie) enthalten. Insbesondere kurz nach dem Tod behält der Körper diese Lebenskraft. Es gibt Geister, die noch an die materielle Welt gebunden sind. Aufgrund ihrer schlechten Lebensweisen und dem tragischen Umstand ihres Todes brauchen sie noch diese Lebenskraft, die von den (inkarnierten) Menschen stammt. Als Vampire (siehe Vampirismus) versuchen sie diese Lebenskraft auszusaugen. Eine der Aufgaben der geistigen Helfer (technisches Geister-Team) ist es, die kürzlich Verstorbenen (oder die sich im Sterbeprozess befindenden) Menschen vor solchen Angriffen zu schützen.

Folgende passende Aussage können wir dem Buch „Magie der Erlösung“ von Hercílio Maes, durch den Geist Ramatis, Kapitel „Die Übel des Vampirismus“ entnehmen: „Wenn der Geist desinkarniert, bricht zuerst die Schnur zwischen Perisprit und ätherischem Doppel ab. Diese Tatsache führt zur Spaltung des vitalen Stroms (Vitalkraft), der normalerweise zum physischen Körper fließt. Dann fließt die vitale Kraft teils zum Perisprit, teils bleibt sie beim Körper und löst sich später, sobald der Körper im Grab unter dem Verwesungsprozess (Nekrose) ist. Auch kann die restliche Vitalkraft durch leidende Geister aufgenommen werden. Ein gewisser Anteil der vitalen Kraft wird von der Erde absorbiert, denn die Vitalkraft ist reich an Äther (feinstoffliche Materie).“

Die Worte von Ramatís werden von André Luiz im Buch „Arbeiter des Ewigen Lebens“ bestätigt. „Erst jetzt bemerkte ich etwas Seltsames: Der perispritale Körper hatte die letzten Kräfte des leblosen physischen Körpers erhalten und gleichzeitig absorbierte dieser seinerseits etwas von den Energien des Perisprits. (…) Bald darauf sah ich mit meinen erstaunten Augen, dass Jerome sich auf den offenen Sarg beugte und durch magnetische Handauflegungen die restliche Vitalität extrahierte. Er löste diese in der gemeinsamen Atmosphäre auf. Dieser in der menschlichen Sprache unbeschreibliche Prozess diente zum Schutz gegen die niederen Entitäten.“

Unsere Empfindungen beim Sterbeprozess

1. Empfindungen vor der Trennung vom Körper

Die Bande (Perisprit-Körper), welche den Geist mit dem physischen Körper verbinden, „lockern sich“ während längerer Krankheiten vor dem Sterben. Deswegen ist es für den Sterbenden leichter sich vom Körper zu trennen, auch durch die Hilfe der geistigen Verantwortlichen für den Sterbeprozess.
Einige Menschen, die in tragischen Unfällen sterben, spüren das Ende bereits vorher. Sie haben große Angst, oft unerklärlich zu diesem Zeitpunkt, denn sie erwarten keinen Unfall oder Ähnliches.

2. Empfindungen während der Trennung vom Körper

Die Empfindungen während der Loslösung des Körpers variieren sehr. Sie sind mehr oder weniger stark je nach der (materiellen oder emotionalen) Bindung des Menschen an die materielle Welt.

Viele trennen sich vom Körper ohne große Hindernisse und ohne große unangenehme Zwischenfälle. Unzählige Menschen schlafen durch den gesamten Trennungsprozess und darüber hinaus sehr lange. Andere nehmen nichts wahr.

Viele Menschen, die bereits eine gewisse spirituelle Entwicklung erreicht haben, sind in dieser Phase des Lebens sehr empfindlich und besonders sensibel. Die Gedanken und Emotionen von Angehörigen und auch vom Krankenhauspersonal, von Pflegekräften usw. wirken auf sie besonders stark. Das führt bei den Sterbenden zu psychischen Unsicherheiten, Verwirrung usw. Hinzu kommen die mit der Krankheit verbundenen körperlichen Beschwerden und die Wirkungen der Medikamente. Selbst die Anwesenheit und die Schwingungen der Menschen um das Sterbebett kann den Sterbenden stark beeinflussen. In diesen Fällen sind die Empfindungen der Sterbenden oft besonders unangenehm, insbesondere wenn sie es nicht schaffen mit Hilfe des Gebets ihrem Geiste die nötige Ruhe und Frieden zu erlangen. Dennoch, jeder Mensch und jeder Fall ist anders. Manche Sterbenden werden zeitweise geistig woanders hingebracht, wo sie sich wohlfühlen. Andere bemerken die Anwesenheit von ihren Lieben, die bereits verstorben sind. Das beruhigt sie sehr.

An dieser Stelle ist es sehr wichtig die natürliche Rückführung des Geistes beim Sterbeprozess zu erwähnen. Denn während des gesamten Sterbeprozesses führt der Geist (die Seele) eine Art Selbstreflexion (autonome Rückführung) des Lebens durch. Vor unseren geistigen Augen verläuft das Leben wie ein Film. Wir sehen die Fakten unseres Lebens wie ein neutraler Beobachter und haben die Chance, unsere Erfahrungen und Taten neu zu bewerten. In dem Buch „Evolution in zwei Welten“ erzählt uns auch André Luiz, davon: „In dem Reinkarnationsprozess rekapitulieren wir in den ersten frühen Tagen des intrauterinen Lebens unsere phylogenetische (stammesgeschichtliche) Entwicklung. Unser Gewissen macht einige Minuten oder sogar Stunden lang einen Rückblick. In dem wir in den subtilen (feinstofflichen) Körper übergehen, durch die geistige Histogenese, während des Komas oder des Sterbens des Körpers, durchlaufen wir alle Ereignisse unseres Lebens wieder.“

3. Empfindungen nach der Trennung vom Körper

Die Variationen der Empfindungen nach der Auflösung vom Körper sind zahlreich und stehen auch in direktem Zusammenhang mit der spirituellen (mentalen) Loslösung und mit dem Lebensstil, die der neu befreite Geist geführt hat.

Alle gelebten Süchte, moralische Fehlverhalten, schlechte Taten usw. wiegen schwer auf den Astralkörper desjenigen, der zu den subtileren Ebenen des Lebens zurückkehrt. Diese „Schwere“ kann den Gang zu den spirituellen Hilfezentren (Kliniken), zu besseren spirituellen Kolonien (neue spirituelle Heimat) oder zu geistigen Zwischenstationen sehr erschweren. Die spirituellen Helfer werden zum Teil regelrecht daran gehindert, ihre Arbeit der Befreiung zu erledigen. Denn sie haben oft keinen Zugang zu den neu Desinkarnierten. In schweren Fällen sind die Fehler so groß, dass der Geist des kürzlich Verstorbenen zu den niedrigeren Unterebenen geht. Diese Unterebenen sind keine „ewige Hölle“, sondern dunkle Orte in dem wir uns temporär aufhalten und die Folgen unserer schlechten Taten unmittelbar spüren und daran teilweise qualvoll leiden. Hier werden die Arbeiten der mediumistischen Gruppen in den spiritistischen Zentren besonders benötigt, um denjenigen „Erste Hilfe“ zu leisten, die den Zugang zu den besseren Sphären und zu geistigen Helfern verloren haben. Die mediumistische Arbeit hilft ihnen, ihre Situation besser zu verstehen und somit aus diesen Unterebenen heraus zu gehen.

Aber alle Menschen, die sich selbst verbessert haben und ihr Bestes taten, um positive Spuren in den Herzen ihrer Mitmenschen zu hinterlassen, erleben besonderen Schutz und Begleitung in dieser Zeit. Ihre guten Taten wirken sehr positiv und vorteilhaft für sie und die positiven Gebete ihrer Hinterbliebenen helfen und unterstützen sie zusätzlich. Sie bekommen dadurch Klarheit und können viel schneller im geistigen Leben (das wahre Leben) aufwachen und aktiv werden. Sie haben Zugang in eine „höhere geistige Welt“, wo sie sich von den Strapazen des irdischen Lebens erholen und ihre weiteren Aufgaben gestalten.

Dazu das Beispiel eines Gebetes für einen verstorbenen Bruder, aus dem Evangelium im Lichte des Spiritismus, Kap. XXVIII. „61. ANDERES GEBET 145 ‐ Allmächtiger Herr, erbarme Dich unserer Geschwister, welche die Erde gerade verlassen! Möge Dein Licht ihnen leuchten! Entferne sie von der Finsternis, öffne ihre Augen und Ohren! Die guten Geister mögen sie umgeben und sie Worte des Friedens und der Hoffnung hören lassen!
Herr, selbst wenn wir unwürdig sind, flehen wir dennoch um Deine barmherzige Nachsicht zu Gunst dieses Bruders, der gerade aus diesem Exil gerufen wurde. Möge seine Rückkehr, wie die des verlorenen Sohnes sein. O mein Gott, lass uns die von ihm begangenen Fehler vergessen und uns an das Gute erinnern, das er tun konnte! Deine Gerechtigkeit ist unveränderlich, wir wissen es, aber Deine Liebe ist unermesslich. Wir bitten Dich, diese Gerechtigkeit zu besänftigen, dank der Quelle der Güte, die aus Dir hervorgeht. Möge Licht vor deinen Augen leuchten, mein Bruder, der du die Erde verlassen hast! Dass die guten Geister zu dir kommen, dich umgeben und dir dabei helfen, dich von den irdischen Ketten zu befreien! Du sollst die Größe unseres Herrn sehen und verstehen. Gehorche ohne Murren Seiner Gerechtigkeit. Bezweifele dennoch nie Seine Barmherzigkeit. Lieber Bruder, auf dass eine ernsthafte Rückerinnerung zu deiner Vergangenheit dir die Türen der Zukunft öffne, in der du die begangenen Fehler und die dir noch bevorstehende Arbeit der Wiedergutmachung erkennen kannst! Möge dir Gott vergeben und die guten Geister dir beistehen und dich ermutigen. Deine Geschwister auf der Erde werden für dich beten und sie bitten dich, auch für sie zu beten.“


Das neue Leben in der geistigen Welt

Für den Geist von mittlerer spiritueller Entwicklung ist die Desinkarnation mehr oder weniger ähnlich. Ausnahmen sind hier z.B. Opfer von Unfällen, wo der Bruch der materiellen Bande abrupt geschieht.
Die meisten Menschen sind nach dem Tod verwirrt, wissen sogar nicht, dass sie gestorben sind. Deshalb ist es sehr nützlich, die allgemeinen Phasen und Prozesse des Überganges (der Rückkehr) in die geistige Welt zu kennen. Diese Phasen können im Detail so unterschiedlich sein, wie jeder Mensch anders ist. Hier spielen alle Faktoren zusammen, die das Leben des Individuums bis dahin ausgemacht haben. Hinzu kommt der Umstand des Todes.

Mit jedem Fall lernen wir in den mediumistischen Sitzungen etwas Neues dazu. Aus der Theorie und der Erfahrung kann man dennoch ein paar Grundphasen erkennen. Nach dem physischen Tod kommt die Verwirrung. Die Dauer und das Ausmaß dieser Verwirrung können abhängig von den eben genannten Faktoren sehr variieren. Manche dauern Sekunden, andere Jahrhunderte. Manche Verwirrungen wirken als Traumata über mehrere Inkarnationen. Hier ist der Hilfe-Ansatz Rückführungen herbeizuführen, der auch von vielen spirituellen Therapien, z.B. Reinkarnationstherapien angewandt wird.

Die Aufklärung dieser geistigen Verwirrung ist eine der Hauptaufgaben in der mediumistischen Arbeit. Die verwirrten Geister sind noch zu sehr mit der Materie verbunden. Sie sehen und spüren die spirituellen Helfer nicht. Daher können diese nicht mit ihnen kommunizieren. Oft ist ihre einzige Chance die mediumistische Arbeit, bei der ihnen durch ein Medium und den Beistand der Helfer der Gruppe aus dieser Verwirrung geholfen wird.

Nach der Desinkarnation fühlt sich der Geist oft müde und zerbrechlich. Er braucht Vitalität (Lebensfluidum) und Ruhe. Er erhält magnetische Handauflegung und den Beistand eines Helfers, um die innere Ausgeglichenheit wieder zu erlangen. Manche Geister müssen auch eine geistige Regeneration (oder Heilung) des Perisprits erfahren. Ihr Perisprit ist aufgrund der Todesursache und deren Folgen deformiert. Hier kann die mediumistische Gruppe wunderbar mit einer Fluidumtherapie helfen.

Geht es dem leidenden Geist (meta) physisch besser, so kann sein Leiden rein psychischer Natur sein. Er braucht somit eine psychische – geistig therapeutische Hilfe. Diese grundlegende Hilfe erfährt er auch in den mediumistischen Sitzungen, als ersten Schritt zu geistiger Klarheit. Kein Geist wird sich nach einer Sitzung physisch und psychisch vollständig erholen, aber er kann in den mediumistischen Sitzungen eine Grundlage erhalten, um weiter zu kommen.

Der nächste aber entscheidende Schritt der Rückkehr in die geistige Welt ist, wie wir es nennen, den „eigenen Weg des freien Willens“ zu gehen. Dahinter steckt die freiwillige Entscheidung, für welchen Weg man sich ab sofort entscheidet. Bleibe ich freiwillig in dem Leiden der Vergangenheit, im Hass oder im Laster der Materie, oder entscheide ich mich für einen besseren Weg der Versöhnung, des Heilens und des Lichtes mit Gottes Liebe? Dies ist immer eine höchst intime und ehrliche Entscheidung, die der Geist treffen muss. Diese Entscheidung können weder die geistigen Helfer noch die Teilnehmer der mediumistischen Gruppe dem Geist abnehmen. Die Wahl durch den freien Willen bleibt unantastbar. Die weiteren Schritte und Phasen sind für jeden Geist je nach Entwicklungszustand unterschiedlich.

Nach der Hilfe durch die geistigen Desinkarnationsteams werden die leidenden Geister in Kolonien oder Hilfsstationen gebracht, die mit ihrem Schwingungsmuster (Entwicklungszustand) im Gleichklang stehen. Sie erhalten dort Besuche von Freunden, Verwandten und Bekannten, die vor ihnen gestorben sind. Diese helfen den Neuankömmlingen bei ihrer Anpassung an das neue Leben. Nach einiger Zeit, je nach Wissen und Erfahrung, die sie auf der Erde gemacht haben, können sie sogar selbst Helfer werden.

Die Erinnerung an das vorherige Leben kommt je nach Fall unterschiedlich schnell wieder zurück. In den meisten Fällen ist es aufgrund der unabsehbaren Auswirkungen nicht möglich, ihre Familie auf der Erde zeitnah zu besuchen. Die Geister sind wesentlich sensibler für jeden Gedanken und für Empfindungen, da sie keine körperliche Hülle mehr haben. Sie erlangen mehr und mehr die Freiheit des Geistes in der geistigen Welt. Sie können sich also im Raum schnell bewegen, Gedanken lesen usw.

Sobald sie diese geistige Freiheit gemäß ihrem Entwicklungszustand erreicht haben, ist der Desinkarnationsprozess vollständig abgeschlossen. Der Geist kann dann diese neue Etappe seiner Existenz antreten. Nicht selten beginnt dann wieder dieser Zyklus mit dem Prozess einer neuen Inkarnation, also in die Wiedergeburt.

Literatur und Links
– Kurzfilm „Der Sterbeprozess (Desinkarnation) von Dimas
– Xavier , FC. / Luiz, A. ; „Arbeiter des ewigen Lebens“
– Xavier , FC. / Luiz, A. ; Unser Heim
– Kardec, A.; Buch der Geister
– Kardec, A.; Buch der Medien
– Kardec, A.; Das Evangelium im Lichte des Spiritismus
– Vortrag Jakoby, Bernard; Geheimnis Sterben
– Artikel (auf Portugiesisch) “O Processo Desencarnatório – Gustavo Martins

Weiterführende Themen

(siehe auch die Kategorien)

  • Phänomen der geistigen Entfaltung beim Schlaf
  • Nah-Tod-Erfahrungen
  • Organspende aus spiritistischer Sicht

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