Egomacht

Laut Allan Kardec ist unser Ego oder der Egoismus eines der größten Hindernisse für unsere moralische Entwicklung.

Unser Ego ist aber auch Teil unserer Persönlichkeit.

Egomacht“ bedeutet unser Ego dominiert alle anderen Teile unserer Persönlichkeit und bestimmt unser Fühlen, Denken und Handeln.

Wo sind aber die Grenzen zwischen gesunden Egoismus und „Egomacht“?

Wo ist es wichtig, ein gesundes Selbstbewusstsein zu haben und wo fängt Selbstdarstellung an?

Wann ist es richtig, sich durchzusetzen und wann soll ich mich nicht mehr in den Vordergrund drängen?

Die folgenden Darstellungen und Bilder sollen keine endgültige, pauschale Aussage über diese Gegensätze geben. Es geht nicht um eine Entscheidung über „Entweder – Oder“.

Vielmehr wollen wir den tagtäglichen inneren Konflikt von jedem von uns zum Ausdruck bringen, um die richtige Entscheidung zu treffen und um unseren Kompass für die innere gesunde Mitte zu finden. 

Denn so erreichen wir innere Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und wahre Glückseligkeit im Leben.

Unser EGO (nach unserer Auffassung)

  • hat keine reale Existenz
  • ist Teil unserer Persönlichkeit
  • beeinflusst uns mehr oder weniger stark
  • kann uns innerlich dominieren
  • kann
    • Überego“ oder „Unterego“ sein -> Beides sind Hindernisse unserer Entwicklung. Denn ein „Überego“ bedeutet in dem Fall ein zu großes Ego, eine Egomanie.  Das ist der Fall, wenn ich meine Person nie oder selten in den Hintergrund stelle. Alles dient hauptsächlich meiner Ziele und meinem Ego
      Auf der anderen Seite kann man „Unterego“ mit niedrigem Selbstbewusstsein definieren. Das ist häufig mit der inneren Einstellung „Ich schaffe es nicht.“,Ich bin mir es mir nicht Wert.“ oder „Ich habe es nicht verdient.“ usw. verbunden
    • Ausgeglichenes gesundes Ego sein. Das ist förderlich, da Antrieb und Impuls ist
  • ist der übermäßige Wunsch, etwas für uns selbst zu wollen
  • ist ein Überbleibsel unserer Instinkte. Es ist ein ganz natürlicher Prozess ist, dass wir uns Schritt für Schritt unseres Egos bewusst werden und es mehr und mehr abstreifen (siehe Buch „Das Erwachen des Geistes – von Divaldo Franco / Joanna de Angelis) “
  • als Egoismus ist einer der größten Feinde des Menschen / der menschlichen Entwicklung
  • existiert als „Diktator“ von Bedürfnissen, als wären sie real
  • hindert uns daran, uns selbst zu kennen. Es deckt einen Schleier über unser wahres Ich. Wir erkennen unser Inneres, unser Selbst nicht oder wollen es nicht erkennen.

Aufgrund unseres Egos bleiben wir häufig auf der Oberfläche unserer Persönlichkeit, unseres Seins, unserer Werte, also eher auf der grobstofflichen materiellen Sicht der Dinge.

Das Gegenteil wäre die innere, unverblümte Wahrheit über uns selbst zu kennen und zu analysieren.

EGO kann zu Egoismus dann zu Egotismus und auch zu Egomanie führen.


Das EGO und meine Persönlichkeit

Nach dem Motto „Ich denke, also bin ich“ ist unser Ego auch wichtig und gut. Ein Kind entdeckt seine Persönlichkeit und entwickelt sich (auch sprachlich) von ES oder WIR („Marie will essen…“) zur ICH-Werdung („ICH will essen…“).

Ein Beispiel: Ein Kind weint bitterlich, weil das Spielzeug kaputt ist oder ihm weggenommen wurde. Hier kommt der Verlustschmerz zum Ausdruck, weil es „MEINS“ war. Unser Ego meldet sich schon sehr früh.

Das Ego wird schon bald für mich als Persönlichkeit in unserer Gesellschaft immer wichtiger.

In vielen Berufen (vor allem bei Positionen mit hoher Verantwortung) wird immer noch sehr viel Wert auf selbstbewusstes Auftreten, Durchsetzungsfähigkeit usw. (also das ICH) gelegt und sogar mehr geschätzt als „Teamfähigkeit“ (das WIR). Die Macher und Entscheider haben häufig ein höheres Ansehen als der Moderator oder die Teamplayer, die eher als Randerscheinung in einer Stabstelle verbleiben.


Das gute EGO – EGO als Schutz

Das Ego ist aber auch wichtig als Schutz. Selbstliebe und auf sich achten ist gesund und führen auch zur inneren Ausgeglichenheit. Nach dem Motto „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ soll ich mich also zunächst annehmen und selbst lieben, um auch andere lieben zu können.

Also können (und sollen) Nächstenliebe und „Liebe dich selbst“ gleichermaßen und parallel mein Leben bestimmen. Diese sind kein Widerspruch.


Verzicht und EGO

Wenn ich auf etwas verzichte, einen Rückzug oder Rückzieher mache in Bezug auf eine Meinung oder Position, wird das in der Gesellschaft häufig als Schwäche angesehen. Es ist aber meistens genau das Gegenteil.

Ehrlicher Verzicht und Rückzug bezeugen in Wahrheit Stärke und Größe, innere Überzeugung und Zufriedenheit mit sich selbst.

Souveränität bedeutet im Maßen auftreten bzw. sich aufdrängen zu müssen.

Ego = Antrieb + positive Eigenschaften und humanistische Werte ->

Sätze wie: „ICH will es!“ „ICH kann es!“ „ICH werde es!“ bewirken durchaus eine positive intrinsische Motivation.


Besitz und EGO

Besitz kann

  • Verantwortung oder
  • Macht bedeuten

(siehe Vortrag:  Reichtum in deinem Leben)

Sehe ich meinen Besitz eher als Verantwortung, werde ich mich damit mehr wohl fühlen, werden es mit meiner Familie, Freunde und Mitmenschen mit Freude teilen.

Bedeutet Besitz für mich Macht, sehe ich ihn eher als Manipulationsinstrument, als Befriedigung meines Egos. Er ist häufig als Ursache oder auch als Folge von meinen schlechten Neigungen.

Es besteht ein großer Unterschied, ob ich etwas besitze oder etwas mich besitzt und meine Gedanken, meine Wertvorstellung, meine Handlung, meinen Alltag und eben meine zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt.

Etwas überspitzt gesagt ertappen wir uns alle häufig mit Besitzgedanken in dem wir denken, das ist MEINE Partnerin, MEIN Kind, MEIN Freund usw.


EGO in der Berufswelt und in der Kommunikationspsychologie

Erlebst du auch in der Berufswelt diese Konflikte, um das richtige Maß zu treffen?

Wann soll ich mich für die eine oder die andere Richtung entscheiden?


Energetisches EGO

Mein Ego und meine Persönlichkeit strahlen energetisch etwas aus. Wir sollen auch an dieser Energie arbeiten (siehe Transpersonale Psychotherapie), denn wir strahlen eine völlig andere Energie aus, je nachdem ob wir in einer Schwingung des Verzichts, des Verständnisses, der Offenheit und der Liebe sind oder wir noch in unserer starren Meinung verharren (EGO).


Wertschätzung und EGO

Warum brauchen wir häufig andere Menschen, die uns Wert geben bzw. bewerten sollen?

Wo suche ich Wertschätzung?

Von wem werde ich heute Wert geschätzt?

Bin ich es mir Wert?

Messe ich meinen eigenen Wert durch das, was ich besitze, durch meinen Titel, Position oder Macht?

Oder sind meine Werte eher innerliche Werte? Z.B.: Wie viele Menschen habe ich glücklich gemacht oder fühlen sich durch mich besser? Wie viele Freude habe ich, die ich Wert schätze? 

Was ist mir schlussendlich wichtiger?


Persönliche Verletzbarkeit


Was habe ich im Leben erreicht? Mit wem habe ich das erreicht?


Verlustschmerz

Verlustschmerz ist sehr legitim und berechtigt, vor allem wenn es nicht um materielle Dinge, sondern z.B. um geliebte Menschen geht. Trauer ist wichtig und gut.

Aber wie weit hängt mein Verlustschmerz mit meinem EGO zusammen?


EGO als Pathologie

Ein zu großes EGO genauso wie ein zu niedriges EGO können zu psychischen und körperlichen (psychosomatischen) Krankheiten führen.


Schönheit und EGO

Bei der Auswahl eines Partners, bei Begegnungen mit neuen Menschen: Was ist mir wichtiger, das innere oder das äußerliche Ansehen?

Ordne ich (oder beurteile ich) einen Menschen etwa nach seinen äußerlichen Faktoren ein?


Über diese und andere Fragen bezüglich Ego kann ich schlussendlich wunderbar mit einer Aufmerksamkeitsmeditation, bei einem Gebet usw. reflektieren.

Dabei übe ich, mich selbst zu kennen, mein Ego zu entdecken und das positiv zu nutzen (siehe Artikel Innere Reform).

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