„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.“

Anmerkung: Bei einigen Übersetzungen (wie hier bei der lutherischen Übersetzung auch) steht „…führe uns nicht in Versuchung.“ („et ne nos inducas in tentationem“) Diese Äußerung erweckt den Eindruck, als ob die Versuchung von Gott stammen würde, als ob Er die Menschen willkürlich zum Bösen treibt. Es ist offensichtlich ein gottesunwürdiger Gedanke, bei dem Gott einem „Satan“ ähneln würde, so dass das nicht der Sinn des Satzes von Jesus sein kann. Dieser Satz stimmt analog, im Übrigen, mit der gewöhnlichen Lehre über die Rolle der Dämonen überein. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“, Kap. X, Die Dämonen)

Anmerkung des deutschen Übersetzers: Im französischen Original « Ne nous abandonnez point à la tentation, mais délivrez-nous du mal. » lautet im Deutschen „Überlasse uns nicht der Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.“;

 Gib uns, Herr, die Kraft, den Einflüsterungen der boshaften Geister zu widerstehen, die uns von dem guten Wege abzulenken versuchen, indem sie uns niederträchtige Gedanken einflößen.

 Wir sind aber selbst unvollkommene Geister, die auf der Erde inkarniert sind, um unsere Fehler abzubüßen und um uns zu bessern. So ist die erste Ursache des Übels in uns selbst und die böswilligen Geister tun nichts anderes als unsere fehlerhaften Tendenzen auszunutzen, in dem sie diese in uns wachrufen.

 Jede Unvollkommenheit ist eine offene Tür für ihren Einfluss, während sie jegliches Unternehmen gegen die vollkommenen Wesen aufgeben, da sie ihnen nichts anhaben können. Alles, was wir tun um sie zu entfernen, ist umsonst, wenn wir ihnen keinen starken und unerschütterlichen Willen, den Willen das Gute zu tun und den völligen Verzicht auf das Ungute entgegenbringen. Es ist gegen uns selbst, dass wir mit unserer Willenskraft ankämpfen sollen und dann werden die böswilligen Geister sich von uns auf natürlicher Weise entfernen. Denn die niederen Eigenschaften ziehen sie an, während das Gute sie zurückstößt (siehe weitere Gebete für die Besessenen, S. 404).

 Herr, stütze uns bei unseren Schwächen, inspiriere uns durch die Stimme unseres Schutzengels und der guten Geister zu dem Wunsch, uns zu vervollkommnen, damit wir für die unreinen Geister den Zugang zu unserer Seele verschließen (siehe Abs. 11., S. 368).

 Das Übel ist nicht dein Werk, Herr! Denn die Quelle aller Güte kann kein Übel hervorbringen. Wir selbst schaffen es, indem wir Deine Gesetze übertreten und durch die falsche Anwendung der von Dir uns gegebenen Freiheit. Wenn die Menschheit aber Deine Gesetze befolgt, wird das Übel von der Erde verschwinden, wie es aus den weiterentwickelten Welten bereits verschwunden ist.

 Das Übel ist ferner keine verhängnisvolle Notwendigkeit für die Menschen. Es scheint nur unwiderstehlich für diejenigen, die sich bei ihm wohl fühlen. Wenn wir aber den Wunsch haben, Ungutes zu tun, sind wir auch in der Lage zu wünschen, das Gute zu tun. Deswegen bitten wir um Deinen Beistand, oh mein Gott, und um den der guten Geister, damit wir den Verlockungen widerstehen.


Evangelium – Inhaltsverzeichnis KAPITEL  XXVIII – Sammlung
spiritistischer Gebete
V. „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ VII. “Amen.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.