Was bedeutet es, Spiritist zu sein?

Was bedeutet es, Spiritist zu sein?

Ein persönlicher Beitrag, insbesondere in Bezug auf Familie und Gesellschaft.

Für mich bedeutet Spiritist zu sein, das Leben zu schützen, geschwisterliche Nächstenliebe zu üben und für Frieden zu sorgen.

Das sind große Ziele. Ich habe mich bemüht, Wege zu finden, die im kleineren Rahmen wirkungsvoll sind und vor allem, meinen Platz im Leben zu finden und unter anderem ein wenig zu verstehen:

  • Warum kommt etwas immer wieder vor?
  • Warum habe ich die Familie, die ich habe?
  • Warum habe ich keine Familie?
  • Warum treffe ich die Menschen, die ich treffe, zu der Zeit, zu der ich sie treffe?

Liebe Freunde, ich selbst habe gar nicht gemerkt, Spiritist zu sein.

Ich komme aus einer religiösen Familie. Besonders mein Großvater hat mich immer wieder auf das Übersinnliche, er nannte es Gott, hingewiesen. Erst mit über 50 bin dann gleichgesinnten Menschen begegnet. Zuerst eine Handvoll Freunde, die sich mit meinen Lebensweisen in Form einer Lehre beschäftigten. Später durch die Gründung des Vereins Weg der Nächstenliebe in München.

Das ist, als wenn du im Garten Tischtennis spielst, gegen die ganze Straße gewinnst und dann kommst du in den Sportverein. Du kannst es, doch jetzt erfährst du: es gibt noch viel mehr. Andere sind viel besser.

Ich las dann auch Bücher von Allan Kardec zu meinen Ansichten und Lebensweisen:

das Evangelium,

das Buch der Geister,

das Buch der Medien,

die Bücher von André Luiz, u.v.m.  als Grundlektüre eines Spiritisten.

Nach dieser Lektüre war für mich klar, dass ich eine unsterbliche Seele bin, die hier auf Erden vorübergehend inkarniert ist. Ich komme um zu lernen, Erfahrungen zu machen und um wieder gut zu machen, was ich falsch gemacht habe. Ich entwickle das Vertrauen, dass alles was geschieht einen höheren Sinn hat, sowie die Gewissheit, dass Gott und die hohen Geister an meiner Seite stehen. Ich muss sie nur um Hilfe bitten und bekomme diese Hilfe.

Ich bekam außerdem das Verständnis, dass die Mitglieder meiner Familie mir anvertraut wurden. Sie sind ein ganz wichtiger Teil meiner Lebensaufgaben. Ich habe hier die Gewissheit, dass es keine Zufälle gibt.

Dieses Wissen zu haben, danach zu handeln, zu leben, zu verzeihen und zu akzeptieren – das ist Spiritist sein.

Spiritist zu sein ist einfach, wenn dir der Inhalt solcher Bücher selbstverständlich ist.

Auch sich bei den Menschen, die du gerne besuchst – Zuhause zu fühlen – ist dann spiritistisch, wenn es sich bei den Inhalten der Treffen um christliche Inhalte handelt. Es ist dabei nebensächlich, ob es sich um eine Buchbesprechung, um eine Diskussion über Gott und die Welt oder um Nächstenliebe im Sinne einer Einladung zum Gebet an alle Menschen, die dabei sein wollen, handelt.

Spiritist in der Gesellschaft zu sein heißt für mich, Präsenz zu zeigen für das Gute und das Streben in der eigenen Entwicklung, immer mehr das Gute für sich zu erkennen und danach zu handeln. Also auch seine eigenen Anteile der Unvernunft, des Egoismus, der fehlenden Nächstenliebe und anderer Laster oder sein unzulängliches Verhalten zu erkennen und ändern zu wollen.

Spiritist zu sein ist auch die Gelassenheit und die Geduld zu haben, dass alle Menschen sich letztlich zum Guten entwickeln werden und dass es ggfs. noch einige Zeit braucht, bis wir diese Transformation vollziehen werden.

Diese Treffen in den Vereinen gaben mir auch die Möglichkeit, „Phänomenen“ in meinem Leben Inhalt und Sinn zu verleihen. Das alles abseits von irgendeinem Schicksal, Beschwörung oder Spuk.

Die spiritistische Gruppe verleiht mir die Möglichkeit, natürlich auch an meiner Medialität zu arbeiten. Doch möchte ich nach der Lehre von Allan Kardec begleitet sein und mich nicht verrücken lassen.

Der Spiritist weiß, dass materielle Dinge einen viel niedrigeren Stellenwert haben und die zwischenmenschlichen Dinge das Wesentliche sind in dieser Welt und zwischen den Welten.

Die Medialität (Mediumschaft) ist für mich Teil des Spiritismus, zu dem noch wenige Menschen heute in Deutschland Zugang haben. Es gibt leider vor allem schwierige Interpretationen. D.h., um einen gesunden Ausdruck der Medialität aufzubauen, braucht es einen guten Schutz durch das Gebet und gute Geister. Um beim vorigen Beispiel unseres Tischtennis-Spielers zu bleiben. Die Meisterschaft ist alles, was rund um das Thema Medialität (oder Mediumschaft) ist. Hier sind auch vor allem Übung und Disziplin gefragt. 

Wichtig ist aus meiner Sicht auch, dass wir uns an die 10 Gebote erinnern und in unserem Alltag danach handeln. (siehe Die drei Offenbarungen – Moses)

Als Kinder lernten die meisten von uns von unseren Vorbildern, Gut und Böse zu unterscheiden nach deren Illusionen, Glauben und Religion. Aber auch Atheisten haben Weisheiten und Philosophien und erziehen ihre Kinder mit Liebe.

Liebe, das ist auch so ein Schlüsselwort des Spiritismus, vor allem die Nächstenliebe. Wenn es im Leben eines Menschen wichtig ist, einen Beitrag für die Allgemeinheit im Sinne von Mithilfe oder Mitgefühl zu zeigen und er nicht zögert, Wege zu finden, diesem Lebensinhalt Ausdruck zu verleihen, dann ist er für mich Spiritist.

Der Mensch kann diesem Gefühl Ausdruck verleihen, indem er regelmäßig betet und ihm bekannte Umstände, Nöte oder Bedürfnisse in sein Gebet miteinschließt. Im Gebet kann er auch seine Dankbarkeit und Demut ausdrücken.

Spiritist zu sein ist für mich weiter…

in der Familie Wert zu legen auf einen respektvollen Umgang miteinander und Achtsamkeit nicht nur sich selbst gegenüber;

sich weiterzubilden mit Gottes Gesetzen als Grundlage;

ein gesundes Familienleben mit Gott als über allem stehend zu führen und

den Glauben an ein Leben nach dem Tod sowie Respekt vor Andersgläubigen und Andersdenkenden zu haben.

Es ist die Verpflichtung, anderen Menschen zu helfen, ihnen eine Stütze zu sein, ein Freund, evtl. ein Wegweiser zu sein, ohne ihnen ihren freien Willen zu nehmen,

es ist, die Inhalte der spiritistischen Lehre zu leben und zu verbreiten, ohne mich aufzudrängen. Aus Liebe zu helfen, dort wo die Notwendigkeit zu helfen erkannt wurde.

Das sind für mich Inhalte im Leben eines Spiritisten.

Ist das nicht schön, sich vorzustellen, dass nicht die Familienmitglieder, Freunde, Lehrer oder Vorgesetzte Schuld daran haben, wenn wir uns in Lebenskrisen befinden?

Betet mit euren Schutzgeistern um Entlastung und lehrt euren Kindern, dass sie selbst etwas im Leben verändern können, weil die Suche nach Schuldigen sowieso ohne Erfolg ist. Das ist es, Spiritist zu sein.


Exkurs und Hinweis zum Thema: Wie funktioniert Familie?

Es gibt ein sehr schönes YouTube-Video von Prof. Dr. Raphael M. Bonelli, Referent und Mitbegründer des RPP-Instituts (Das Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie ist ein interdisziplinäres und interreligiöses Institut mit Sitz in Wien.).

Raphael Bonelli stellt das Schöne (Bauchgefühl), das Wahre (Verstand, Kritikfähigkeit) und das Gute (Herz, freie Entscheidung) in fast allen seinen Vorträgen als Grundlagen eines guten („spiritistischen“) und psychisch gesunden Menschen dar.

Wenn wir unsere Entscheidungen nach diesen Instanzen (das Schöne, Wahre und Gute) in uns selbst treffen und darauf achten, dass es unseren Mitmenschen in erster Linie und die uns umgebenden Geister in zweiter Linie sowie uns selbst gut geht, dann sind wir alle Spiritisten.

Liebe Grüße Eure Marion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.