Demut

Die Demut wird durch göttliche Kraft in allen Bereichen reflektiert, sie leuchtet in allen Bereichen der Natur. Das drückt effektiv die Machtvollkommenheit Gottes aus, um Fortschritt und Erneuerung zu fördern.

Großartig schmiegt sich die Sonne jeden Tag das Gesicht des Sumpfes, ohne gegen den Schlamm beleidigend die Stimme zu erheben. Die Blume, ohne Fanfare, räuchert die Herrlichkeit des Himmels. Gefiltert durch die Rauheit des Gesteins erweist sich das Wasser dann als reiner. Nach Überschwemmungen bedeckt das Gras das Feld, so dass der Mensch wiederbeginnen kann.

Die Demut ist letztlich die Anerkennung unserer Kleinheit angesichts der Größe des Universums. Mit dem Mangel an Demut entstehen in der kranken menschlichen Seele Zysten der Gefühle. Es sind diese Gefühle von Stolz, Gier, Selbstsucht, Egoismus und Eitelkeit. Diese sind für jede Art Zwietracht und Delinquenz verantwortlich.

Ohne die natürliche Reaktion von Demut, dieses göttliche Attribut im Bereich des „Ichs“, fühlt sich der Mensch exklusiver Eigentümer von all dem was um ihm herum ist. Ihm ist sein tatsächlicher Zustand als Geist, auf der Durchfahrt des evolutionären Weges, ohne Bedeutung. Er eignet sich der Existenz in einem sehr eigenen Sinne an und wandelt seine Seele in eine Zitadelle von Illusion, in der er den Kontakt mit den fundamentalen Realitäten des Lebens vermeidet.

Unter der Faszination einer solchen Leugnung lässt er Wirbelstürme der Revolte gegen all jene, die ihn seien Geist zur sinnvollen Nutzung der Stunden dazu bewegen wollen. Denn er, ohne eine Atmosphäre der Demut zu besitzen, lässt sich von der Verschwörung der Schatten nicht trennen, mit denen er immer noch verbunden ist. Er ist immer noch auf der Ebene der Animalität, die wir alle hinterlassen, wenn wir die Glorie der Vernunft auf uns setzen.

Besessen vom Geist des ausschließlichen Besitzes, fällt die Seele sehr leicht in Verzweiflung und Eifersucht, Bosheit und Unmäßigkeit. All das erzeugen psychische Spannungen, die gefährliche Syndrome im organischen Leben verursachen. Ferner führen diese zu nervösen Depressionen und emotionalem Ungleichgewicht, zu Ulzeration und zu Zelldysfunktion. Ganz zu schweigen von den beklagenswerten Erfahrungen im Alltag, nach den die Abwesenheit von Demut zu der Entstehung von Wahnsinn in den schmerzhaftesten Konflikten der Leidenschaften führt.

Wer auch immer die verborgenen Lorbeeren dieser fast unbekannten Tugend in sich trägt, akzeptiert ohne Einschränkung die Verpflichtung zu arbeiten und zu dienen, zum Wohle aller. Er assimiliert auf diese Weise den Segen des Gleichgewichts. Er begründet somit die Manifestation der göttlichen Gesetze. Nach diesen würde er sich niemals um seine eigenen Gaben rühmen.

Demut ist keine Knechtschaft. Sie ist vor allem Unabhängigkeit, innere Freiheit, die aus den Tiefen des Geistes aufsteigt und ihn bei der permanenten Erneuerung unterstützt.

Diese zu kultivieren bedeutet, vorwärts zu gehen, ohne sich festzuhalten. Es ist das Beste von sich selbst auf den Wegen dieser Welt zu projizieren. Es ist alles Böse zu vergessen und jeden Tag fröhlich die Aufgaben der Liebe neu anzufangen.

Christus hat die Demut vom Himmel zur Erde wiederspiegelt, als er als ein Versprechen der Erlösung und der Schönheit, in der Spreu der Krippe geboren wurde und sich von den Menschen in den Armen des Kreuzes verabschiedete.

Buch “Gedanken und Leben” – Francisco Candido Xavier – Emmanuel, Kap. 24

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