Sterbehilfe (Euthanasie) aus spiritueller-spiritistischer Sicht – TEIL IV

Fortführung des Artikels „Sterbehilfe (Euthanasie)
aus spiritueller-spiritistischer“

Wir fragen uns: Was sind die Hintergründe und die Argumente derjenigen, die sich Beihilfe zum Suizid wünschen?

Es steht uns nicht zu, die Entscheidung von jemandem zu kritisieren. Wir nehmen jede Sorge und Angst sehr ernst. Wir wollen helfen. Der folgende Abschnitt soll zum Nachdenken und zur weiteren Reflexion über das Thema dienen.

Aussagen von Betroffenen in Bezug auf Sterbehilfe (Euthanasie) und unsere Fragen zur Reflexion dazu.

Fragen dazu: Ja, wir unterstützen und finden die Selbstbestimmung und den „freien Willen“ unantastbar. Ist es nicht auch ein Zeichen von Größe (Demut und Bescheidenheit), sich helfen und pflegen zu lassen? Warum tue ich mich so schwer, das Sterben auf natürlichem Weg geschehen zu lassen und das Schicksal über Art und den Zeitpunkt entscheiden zu lassen? Ist das nicht auch wunderbar, wenn ich mir helfen lasse und die Fürsorge und Empathie von Krankenpflegerinnen, Ärztinnen und Familie erlebe? Dabei kann ich Erholung finden, in dem ich Fürsorge zulasse, mich jemandem anvertraue und Vertrauen gewinne.
Jede Angst ist berechtigt und wir sollen sie ernst nehmen. Warum und wovor genau habe ich Angst? Besteht hier eher die Angst vor Pflegebedürftigkeit? Habe ich keine Angst vor dem Sterben an sich und was danach kommen kann? Habe ich weniger Angst, weil es mit der Sterbehilfe ggfs. schneller geht?
Wird das sicher so verlaufen? Kenne ich die klinischen Studien und Erfahrungen weltweilt von Menschen, die trotz „Finaldiagnose“ (infauste Prognose) noch viele wunderbare Jahre mit der Krankheit gelebt haben? z.B.: die Studien von Dr. K. Turner über „Spontanremission“.
Kenne ich wirklich alle Möglichkeiten der Palliativmedizin, der Palliative Care, oder der Spiritual Care, die mir zustehen? Wer kann mir mit Sicherheit sagen, dass mit der Selbsttötung definitiv kein Leiden mehr da ist!
Wie bei Paulus: „Alles ist mir erlaubt aber nicht alles dient dem Guten“ . Steht das, was ich vorhabe vollkommen im Einklang mit meinen persönlichen Werten und Überzeugungen vom Leben? Habe ich auch keine Angst und Bedenken davor, diesen Schritt zu gehen? Habe ich die Meinung meiner geliebten Menschen dabei berücksichtigt?
Ja, es gibt in Alten- und Pflegeheimen allerdings unzählig viele glückliche Menschen, die in ihren letzten Jahren Lebensfreude, Glück erfahren haben und auch neue Freunde und auch Liebe gefunden haben. Ist das nicht viel schöner und auch würdevoller?
Ist es für mich nicht würdevoll, weil ich mich schäme, wenn jemand fremdes mich wäscht oder mir beim Toilettengang hilft? Habe ich grundsätzliche Probleme, mir helfen zu lassen?
Man geht hier davon aus, dass keine Familienangehörige und keine Begleiter für einen da sind. Gibt es wirklich keinen, den ich kontaktieren kann? Viele Menschen sind im Alter allein und einsam auch als Folge vom Bruch mit Familie und mit Freunden. Käme da nicht eine Versöhnung in Frage? Was sagt mein Gefühl dazu?
Warum ist das Leben für mich nichts mehr wert? Will ich Sterbehilfe in Anspruch nehmen, weil ich Selbstmordgedanken habe aber selbst Suizid nicht wage? Viele schwer kranke Menschen sind bis ins hohe Alter auch für andere Menschen tätig und helfen ihren Mitmenschen. Es gibt aber auch viele Menschen (auch ehrenamtliche Helfer), die sehr dankbar sind helfen zu dürfen. Dadurch haben sie eine sinnerfüllende Beschäftigung und Berufung.
Gibt es einen wissenschaftlichen Beweis, dass das Leben mit dem Tod zu Ende ist? Gibt es nicht mindestens eine 50 zu 50 Prozent Chance, dass das Leben geistig / seelisch weitergeht? Die Evidenzen zeigen eher in eine Richtung: Ja, es gibt ein Leben nach dem Tod. Und wenn mein Leiden nach dem Suizid weitergeht oder auch sich sogar dadurch verschlimmert?
Haben wir selbstbestimmt immer ganz allein alles entschieden, wie und wo wir zu lebten und in welcher Familie wir hineingeboren wurden? „Und wenn ich also vor dem Leben mitentschieden habe, in der Familie zu inkarnieren, warum kann ich nicht auch entscheiden, wann und wie ich sterbe?“ Habe ich alleine bestimmt, wo und wann ich in welcher Familie wieder komme? Was sagt mein Gefühl (meine Intuition) dazu? Siehe Reinkarnationsprozess.
Gehört nicht auch ein natürliches Lebensende zur Dankbarkeit für das Leben dazu? Ist Suizid ein schöner Tod? Vielleicht interessieren sich andere Menschen für mich, für meine Geschichte? Sie wollen von mir und meiner Erfahrung lernen. Bis zu den letzten Momenten des Lebens kann ich jemandem ein Vorbild sein. Ein Vorbild, wie man in Ruhe und in Frieden gelebt hat und gestorben ist, oder mit liebenden Menschen um mich herum zu sterben.
Macht das für mich wirklich einen so großen Unterschied? Ob ich Sterbehilfe in Anspruch nehme oder Selbstmord bzw. Suizid begehe?


Zusammenfassung zum Thema Sterbehilfe (Euthanasie)

  • Gott ist Liebe und Gerechtigkeit. Alles dient unserer Verbesserung und unserem Fortschritt. Es gibt keinen Zufall. Alles hat einen Sinn.
  • Krankheiten sind Folgen einer Ursache in diesem oder im früheren Leben. Wir sollen Krankheiten auch als Chance mit Schicksalsergebenheit ansehen (Gesetz der Ursache und Wirkung).    
  • Wir sollen Schmerzen und Leiden lindern und mit Liebe immer helfen. Aber wir sollen nicht in die natürlichen, göttlichen Gesetze eingreifen und sie zu ändern versuchen. Das verschlimmert meistens die Situation.
  • Bis zu meinem letzten Atemzug kann ich mein Leben und meine Existenz verbessern, einen Sinn geben und auch meinen Mitmenschen etwas geben. Jede Minute auf dieser Erde ist ein Geschenk.
  • Es gibt eine geplante, natürliche Lebenszeit für mich als inkarnierte Seele (natürlicher Tod). Diese Lebenszeit zu verkürzen bringt sehr schlimme Folgen mit sich für mich und für meine Hinterbliebenen.
  • Menschen, die länger leben als der (geplante oder prognostizierte) Todeszeitpunkt („Gewinn-Bereich“) haben häufig große Freude und Dankbarkeit an jeder geschenkten Stunde. Sie haben auch, teils sehr bewusst, eine weitere Aufgabe mit ihren Mitmenschen. Viele finden in den letzten Stunden den Glauben und den Frieden und sie sterben zufrieden und voller Lebensfreude.
  • Somit sind wir unter bestimmten Umständen Befürworter der passiven Sterbehilfe und der indirekten Sterbehilfe.
  • Die anderen Arten der Sterbehilfe (Suizid) sehen wir als Entscheidung mit gravierenden und schlimmen Folgen.
  • Unsere Priorität als Spiritisten ist die geistig seelische Prävention von Unsicherheit in Bezug auf das Leben und den Tod.
  • Deswegen setzen Spiritisten und spiritistische Zentren verstärkt in der vorbeugenden persönlichen Beratung für das Leben an (Gespräche der Seelsorge).  In Gesprächen mit älteren Menschen und mit Kranken wird auf all diese Punkte aufmerksam gemacht und über die Alternativen gesprochen.
  • Wir wollen die Sterbenden liebevoll begleiten…


Zur Fortführung siehe

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