Die innere Reform

der Weg zu Vollkommenheit und Glück

Aufbauend auf die Erkenntnisse der spiritistischen Lehre

Einleitung

Nach dem Grundverständnis der Spiritistischen Lehre ist der Mensch ein unsterbliches spirituelles Wesen, das seine wahre Heimat in der spirituellen Welt hat und auf Erden vielfach inkarniert, um Erfahrungen zu sammeln und moralisch zu reifen. Demnach besteht der Mensch aus dem sterblichen Körper und dem unsterblichen Geist (oder Seele = inkarnierter Geist) und dem Perisprit, eine feinstoffliche Hülle. Der Geist beinhaltet unsere Persönlichkeit, unser Bewusstsein und Unterbewusstsein, quasi alles, was der innere Mensch ist. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich, dass wir also ein Geist (oder Geistwesen) sind, der unsterblich ist.

Körper, Geist (Seele) und Perisprit
Körper, Geist (Seele) und Perisprit

Im Universum gibt es zwei Prinzipien: Geist und Materie. Der Geist ist das intelligente Prinzip des Universums. Materie ist das Feld indem das geistige Prinzip sich entwickelt und sie wird von ihm für seinen Reifeprozess in Richtung Vollkommenheit (Perfektion) genutzt.

Überträgt man dieses Verständnis auf den Menschen, so ist der Geist das intelligente, denkende und handelnde Wesen. Der Geist aber handelt Kraft seiner Gedanken und seines Willens d.h. was bei dem Menschen Hände und Füße sind, das sind beim Geist Gedanke und Wille.

Übertragen auf den Menschen bedeutet dieses Verständnis, dass der Geist Kraft seiner Gedanken und seines Willens den Perisprit (seinen feinstofflichen Körper) steuert und dieser wiederum überträgt diese Steuerung auf den materiellen Körper. So wird jede einzelne Zelle des Körpers letztendlich vom Geist gesteuert. Dabei laufen die routinemäßigen Aufgaben automatisch, im Unterbewusstsein ab, während die bewussten Handlungen aktiv gesteuert werden. Akzeptiert man dieses Prinzip, so wird klar, welche Wirkung unsere Gedanken haben. Gedanken wirken immer und ihre Kraft bzw. Stärke hängt von dem Willen ab, dem wir diesen Gedanken mitgeben.

Leider haben nur die wenigsten Menschen gelernt, ihre Gedanken zu kontrollieren. Die meisten Menschen denken immer und zwar unkontrolliert. Sind wir glücklich, so sind unsere Gedanken entsprechend positiv. Sind wir unglücklich oder ärgern wir uns, so sind unsere Gedanken entsprechend negativ.

Nun genau wie die bewussten Gedanken über den Perisprit den Körper steuern, so wirken auch unsere unbewussten Gedanken letztendlich auf den Körper. Negative Gedanken, Hass, Ärger, usw. wirken dabei auf den Perisprit ähnlich wie eine radioaktive Strahlung, die, wenn kontinuierlich ausgeführt, schädlich wirkt. Zuerst wird dabei der Perisprit (feinstofflicher subtiler Körper) geschädigt und in der Folge dann auch der physische Körper.

Im umgekehrten Sinn wirken positive Gedanken und in stärkster Form sind es die liebenden Gedanken. Sie wirken wie eine Heilstrahlung, die, wenn kontinuierlich angewandt den Perisprit heilt und in Folge auch den eigenen Körper.

Diese Gedankenkräfte können wir auch mentale Energien nennen und es ist wichtig zu verstehen, dass diese mentalen Energien nicht nur auf unseren Perisprit und Körper wirken, sondern auch nach außen strahlen mit entsprechenden Wirkungen. Wir Menschen strahlen also andauernd mentale Energien aus, positive oder negative, abhängig davon, was wir gerade denken und mit welchem Willen wir diese Gedanken versehen.


„Wir sorgen uns meistens nur um die Gesundheit des Körpers. Wir wissen aber, dass alle Krankheiten aus der Seele kommen!
Unsere Zellen reagieren auf die Steuerung durch unsere Gedanken:
Gedanken und Gefühle entstehen in der Seele und werden in Form von Energie auf den Perisprit übertragen.
Über die perispritale ‚Blutbahn‘ mit ihrer hochkomplexen Struktur erreicht die Energie unserer Gedanken und Gefühle jede einzelne Zelle und beeinflusst diese dementsprechend.
Durch das direkte Zusammenspiel Seele-Perisprit-Soma (Körper) wird klar und logisch, dass negative Gedanken die Zellfunktion und im Verlauf auch die Zellstruktur beeinträchtigen und somit Krankheiten verursachen können.“

Aus einem Vortrag von Dr. Décio Iandoli Jr. (Mediziner)

  • Daraus folgt: Die wahre Gesundheit ist die Gesundheit der Seele.
  • Gesundheit der Seele = gesunde Gedanken und Emotionen, innerer Frieden, Glück!
Wirkung des Geistes auf den Körper
Wirkung des Geistes auf den Körper

Also müssen wir an unseren Gedanken und Gefühlen arbeiten. Aber welche Gedanken und Gefühle erzeugen wir Tag für Tag und welche Emotionen erzeugen sie in uns?

Negative Gedanken und Gefühle
Negative Gedanken und Gefühle

Die sehr negativen Gedanken und Gefühle wirken entsprechend negativ.

Negative Gedanken und Gefühle wirken negativ.
Schwingungsskala und “Anziehung”
Schwingungsskala und “Anziehung”

Was aber bestimmt unsere Gedanken und Gefühle?

  • Unser Glaube
  • Unsere inneren Einstellungen
  • Unsere moralische Entwicklung
  • Der Grad unserer Spiritualität
  • Inwieweit wir uns als unsterbliche spirituelle Wesen verstehen und die Dinge von einer höheren Warte aus betrachten können
  • Unser Verständnis über den Sinn des Lebens

Das Ziel:
Vollkommenheit und Glückseligkeit

Das Ziel des Studiums der spiritistischen Lehre ist die „spirituelle Transformation“. Damit ist ein Wandel des Weltbildes gemeint, in dem der Mensch seine Rolle innerhalb der materiellen und spirituellen (transzendenten) Welt und seine Beziehungen zu ihr zu verstehen beginnt. Er sieht seine Stellung in der Welt aus einer erweiterten Perspektive und versteht somit die Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit, Glück und Unglück, usw. Er entdeckt die Mechanismen seines Bewusstseins, lernt die schöpferische Kraft seiner Denkweise zu kanalisieren und beginnt, alte (vielleicht negative) Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu transformieren.

Das Wesentliche ist, dass er sich als spirituelles Wesen begreift und die Verantwortung für sich sowie für seine Taten übernimmt. Die wahre Heilung ist nur durch innere Erneuerung möglich. Gesund und glücklich ist jemand, der in Übereinstimmung mit sich selbst, mit anderen und mit Gott (den göttlichen Gesetzen) lebt. Das Heil, den ersehnten Zustand, erreicht man, indem man sich „spiritualisiert“. Mit anderen Worten, indem man den Weg der geistigen Evolution bewusst verfolgt und nach Vollkommenheit strebt.

Kern der spiritistischen Lehre sind die moralischen Maxime Jesus. Ihr Verständnis sowie die Bemühung, sie im Alltag umzusetzen führt zu Selbsterkenntnis und innerer Ausbesserung, welche die eigentliche Heilung mit sich bringt. Durch den Willen sich zu verbessern werden physiologische Reaktionen in Gehirn ausgelöst, die für positive Veränderung aller Zellen unseres Organismus sorgen.

Im Buch „Evangelium im Lichte der Spiritismus“, Kapitel 17 „Seid vollkommen“ wird beschrieben, welche Eigenschaften und welches Verhalten ein Mensch hat, der diese Transformation hinter sich hat.

Der gütige Mensch

„Der wahre gütige Mensch ist derjenige, der das Gesetz der Gerechtigkeit, der Liebe und der Nächstenliebe in seiner höchsten Reinheit, praktiziert. Derjenige, der sein Gewissen über seine eigenen Taten befragt und sich selbst fragt: Ob er nicht dieses Gesetz verletzt hat; nichts Böses getan hat; ob er alle Wohltaten vollbracht hat, die er in der Lage zu vollbringen war; ob er absichtlich eine Möglichkeit verpasst hat, in der er hätte nützlich sein können; ob sich niemand über sein Verhalten beschweren kann und letztendlich die Frage, ob er den anderen all das getan hat, was er sich selbst wünsche, dass es ihm angetan wird. Er vertraut Gott in Seiner Güte, in Seiner Gerechtigkeit und in Seiner Weisheit. Er weiß, dass nichts ohne Seine Einwilligung geschieht und fügt sich Seinem Willen. Er glaubt an die Zukunft und stellt deswegen die spirituelle Güte über alle irdischen Güter. Er anerkennt, dass alle Schicksalsschläge des Lebens, alle Leiden und alle Enttäuschungen, Prüfungen oder Abbüßungen sind und akzeptiert sie, ohne sich zu beschweren.

Durchdrungen vom Gefühl der Mildtätigkeit und der Liebe, tut er Gutes, des Guten wegen, ohne Belohnung zu erwarten. Er erwidert dem Bösen das Gute, übernimmt die Verteidigung des Schwachen gegen den Starken und opfert immer sein Interesse der Gerechtigkeit. Er findet Befriedigung in den Wohltaten, die er vollbringt; in dem Dienst, den er leistet; in dem Glück der Menschen, die er glücklich macht; in den Tränen, die er trocknet; in dem Trost, den er den Unglücklichen spendet. Seine erste Reaktion ist immer an andere zu denken, bevor er an sich selbst denkt und er versucht die Interessen der anderen vor seine eigenen zu stellen. Der Egoist, im Gegenteil dazu, berechnet den Gewinn und Verlust all seiner Wohltaten.

Der gütige Mensch ist menschlich und gut, zu allen Menschen ohne Bevorzugung einer Rasse oder eines Glaubens, weil er alle Menschen als Geschwister betrachtet. Er respektiert an den anderen ihre ehrliche Überzeugung und wirft nicht den Bann des Fluches über diejenigen, die nicht so denken wie er. Unter allen Umständen ist die Nächstenliebe seine Führung. Und er weiß, dass der, nicht die Gnade Gottes verdient, der anderen mit böswilligen Worten schadet oder die Gefühle anderer mit seinem Stolz und seiner Verachtung verletzt. Und auch wenn er sich nicht von der Idee verabschiedet, anderen Leiden und Unannehmlichkeiten zuzufügen, selbst wenn sie vielleicht unbedeutend erscheinen und vermeidbar wären, er missachtet damit die Pflicht der Nächstenliebe und erweist sich dieser Gnade ebenfalls nicht würdig.

Der gütige Mensch pflegt weder Hass noch Groll und auch kein Rachegefühl. Nach dem Beispiel von Jesus vergibt er und vergisst die Beleidigungen und erinnert sich nur an die Wohltaten, da er weiß, dass ihm verziehen werden wird, in dem Maß, wie er verziehen hat. Er ist milde mit den Schwächen anderer, da er weiß, dass er selbst der Milde bedarf und erinnert sich deshalb an die Worte von Christus: „Wer unter euch ohne Laster ist, der werfe den ersten Stein auf sie.” Er beschäftigt sich nicht damit, Fehler an dem anderen zu suchen und diese zu offenbaren. Wenn dennoch die Notwendigkeit ihn dazu zwingt, versucht er immer, das Schlechte zu mildern.

Er analysiert seine eigene Unvollkommenheit und arbeitet unermüdlich daran, sie zu bekämpfen. Er setzt alle Anstrengungen ein, um vom nächsten Tag sagen zu können, dass er etwas besser geworden als der gestrige Tag ist.

Er versucht weder seinen Geist, noch seine Begabungen auf Kosten anderer zur Geltung zu bringen. Er nutzt im Gegenteil alle Möglichkeiten, um auf die Vorteile anderer aufmerksam zu machen. Er geht weder mit seinem Reichtum noch mit seinen persönlichen Vorteilen eitel um, weil er erkennt, dass alles, was ihm gegeben wurde, ihm wieder entzogen werden kann.

Er benutzt, aber missbraucht nicht die Güter, die ihm anvertraut wurden. Da er weiß, dass es sich um eine Leihgabe handelt, der gegenüber er rechenschaftspflichtig ist. Ferner weiß er, dass es am aller schädlichsten wäre, sich davon für die Befriedigung der eigenen Leidenschaften zu bedienen.

Wenn die soziale Stellung ihm Menschen als seine Mitarbeiter unterordnet, behandelt er sie mit Güte und Wohlwollen, da sie vor Gott seinesgleichen sind. Er nutzt sein Ansehen, um sie aufzurichten, statt sie mit seinem Stolz zu demütigen. Er vermeidet alles, was ihre untergeordnete Position beschwerlicher machen könnte.

Der Untergeordnete auf der anderen Seite, versteht die Pflichten seiner Position und bemüht sich diese gewissenhaft zu befolgen.

Und schließlich respektiert der gütige Mensch alle Rechte, die seinesgleichen durch die Naturgesetze gegeben wurden, gleichfalls wie er seine Rechte respektiert sehen möchte. Diese Zusammenfassung entspricht nicht allen Eigenschaften, die einen gütigen Menschen kennzeichnen. Wer sich dennoch bemüht, diese von uns aufgeführten Eigenschaften zu erwerben, befindet sich auf dem Weg zu allen anderen.“

Evangelium im Lichte des Spiritismus, Kapitel 17, 3

Siehe auch Buch der Geister, Allan Kardec, Frage 918

Der Zusammenhang mit dem Glück

Liest man die Eigenschaften des gütigen Menschen, so fragt man sich, was haben sie mit Glück zu tun? Nun zuallererst indem man die Leidenschaften, die unglücklich machen in den Griff bekommt. Und als zweites Element, indem man Gutes tut und Liebe schenkt. Denn beides erzeugt ein Glücksgefühl in uns.

Bei Allan Kardec heißt es dazu unter Frage 967: Worin besteht die Glückseligkeit der guten Geister? Antwort: Sie besteht darin, „alle Dinge zu erkennen, keinen Hass, noch Eifersucht, noch Neid oder Ehrgeiz, noch irgendeine der Leidenschaften zu haben, die das Unglück der Menschen bilden. Die sie einigende Liebe ist für sie die Quelle der höchsten Glückseligkeit. Sie empfinden weder die Bedürfnisse noch die Leiden und Ängste des stofflichen (materiellen) Lebens. Sie sind glücklich in dem Tun des Guten, übrigens steht das Glück der Geister immer im Verhältnis zu ihrer Erhöhung …“

Und weiter unter Frage 970: Worin bestehen die Leiden der niedrigeren Geister? Antwort: „Sie sind so mannigfach wie deren Ursachen und der Stufe ihrer Niedrigkeit gerade so angemessen, wie die Freuden dem Grad der Erhöhung. Sie lassen sich in folgendem zusammenfassen: Neid gegen alles, was ihnen zu ihrem Glück mangelt, sowie Ohnmacht es nicht zu erlangen. Anschauung des Glücks, das sie nicht erreichen können. Enttäuschung, Eifersucht, Wut, Verzweiflung über das, was sie an ihrem Glück hindert, Reue, unbeschreibliche moralische Angst. Sie sehnen sich nach allen Genüssen und können keins befriedigen: Das ist es, was sie quält.“

Wenn wir dies berücksichtigen wollen, welche Eigenschaften brauchen wir um positive Gedanken und Gefühle zu erzeugen?

positive Gefühle
positive Gefühle
Positiver Einfluss der Gedanken und Gefühle
Positiver Einfluss der Gedanken und Gefühle

Der Startpunkt der inneren Reform
– die Notwendigkeit zur Selbsterkenntnis

Erkenne dich selbst

Bevor wir mit unserer inneren Transformation beginnen, müssen wir verstehen, wo wir derzeit stehen, d.h. welche Eigenschaften gilt es zu verbessern, an welchen Charakterschwächen müssen wir arbeiten.

Die antike griechische Lebensweisheit „Erkenne dich selbst“ war einmal in goldenen Buchstaben auf dem Vorplatz des Apollon-Tempels in Delphi geschrieben. Der Satz „Erkenne dich selbst“ ist zum Synonym für persönliche innere Reflexion und Selbsterkenntnis geworden. Der Ursprung dieses berühmten Aphorismus wurde mindestens sechs alten griechischen Weisen zugeschrieben: Chilon von Sparta, Heraklitus, Pythagoras, Sokrates, Solon von Athen, Thales von Miletus.

Der sokratische Ansatz beginnt mit der Annahme, dass ein Mangel an Wissen über das Selbst einfach eine Form der Ignoranz ist, die auf die gleiche Weise überwunden werden muss, wie jede andere Form der Ignoranz überwunden wird, d.h. indem Ignoranz durch Wissen ersetzt wird.

Im Buch der Geister heißt es in der Frage 919: Was ist das wirksamste praktische Mittel, um sich in diesem Leben zu vervollkommnen und den Lockungen des Bösen zu widerstehen? Antwort: „Ein Weiser des Altertums hat euch gesagt: „Erkenne dich selbst.“

Frage 919a: Wir erkennen die ganze Weisheit dieses Grundsatzes, aber die Schwierigkeit liegt gerade darin, sich selbst zu erkennen. Wie gelangt man hierzu? Antwort: „Tut, was ich selbst tat, als ich auf Erden lebte: Am Schluss des Tages befragte ich mein Gewissen, was ich getan habe. Ich ließ es an mir vorüberziehen und fragte mich, ob ich mich nicht gegen irgendeine Pflicht verfehlt habe, ob niemand sich über mich zu beklagen gehabt hat. So gelangte ich dazu, mich selbst zu kennen und zu wissen, was an mir gebessert werden muss. (…)

Wenn wir unser Gewissen häufiger befragten, würden wir sehen, wie oft wir versagen, ohne es zu merken, da wir die Natur und das Motiv unserer Taten nicht untersucht haben.

Die Frageform verlangt bestimmte Antworten, mit Ja oder Nein, die kein entweder – oder übriglassen. Es sind ebenso viele von uns selbst hergenommene Beweise, und nach der Summe der Antworten kann man die Summe des Guten und Bösen schätzen, die in uns ist.“

Buch der Geister, Moralische Gesetze, Kapitel XII: Moralische Vervollkommnung:
Fragen 893 – 919a

Wie erkennen wir uns selbst besser?

Aufrichtigkeit, eine der 13 Tugenden Benjamin Franklins, kann uns im Prozess der Selbsterkenntnis helfen. Aufrichtigkeit bei der Analyse unserer selbst ist ein Muss, damit wir nicht versuchen, uns selbst zu täuschen.,

Die Maxime „Erkenne dich selbst“ sieht auf dem Papier gut aus. Aber diejenigen, die es versucht haben, wissen, dass eine der größten Hürden darin besteht, sich objektiv und aufrichtig zu sehen. Wir alle haben Vorurteile darüber, wer und was wir sind. Und diese Vorurteile können unsere Selbstbilder färben. Es ist sehr schwierig, uns selbst so zu sehen, wie andere uns sehen. Wir können oft nicht objektiv in Bezug auf unser emotionales Selbst sein, weil wir Abwehrmechanismen aufgebaut haben, welche genaue Selbsteinschätzungen behindern.

Unsere „Einsichten“ über uns selbst enthalten in der Regel eine Reihe von bequemen blinden Flecken. Das selbstbewusste Individuum, das frei und ehrlich von seinen Fehlern und Fähigkeiten sprechen kann, ist selten. Sich selbst zu kennen, ist eigentlich eine lebenslange Reise und eine Reise, die mit absolutem Vertrauen in die persönlichen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen, die wir bisher erlebt haben, unternommen werden sollte.

Es scheint zu unserem Vorteil zu sein zu entdecken, was hinter unseren Gedanken ist. Aber wie können wir das tun, wenn so viel von unserem geistigen Leben für die Innenschau (Selbstbeobachtung) nicht verfügbar ist?

Erstens können wir versuchen, objektive Beobachter unseres eigenen Verhaltens zu sein.

Wir können versuchen, uns selbst durch die Augen anderer Menschen zu sehen oder zumindest die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass sie etwas von uns aufgegriffen haben, etwas das wir übersehen haben.

Wir können versuchen, über uns selbst zu lernen, indem wir Erkenntnisse aus den psychologischen Wissenschaften lesen und verarbeiten. Die meisten von uns achten bereits auf medizinische Befunde, die uns über unseren Körper informieren (z. B. dass Rauchen schädlich ist), und es braucht nur ein klein wenig unserer Vorstellungskraft um zu erkennen, dass wir auf dieselbe Weise über unser psychologisches Selbst lernen können.

Aspekte der Selbsterkenntnis:
Selbsterhöhung und Selbstüberprüfung

Selbstverbesserung ist, wenn sich eine Person auf positive zentrale Merkmale gegenüber negativen konzentriert.

Die Selbstüberprüfung hingegen bezieht sich auf die Bevorzugung genauer Informationen über das Selbst, ob positiv oder negativ.

Im Wesentlichen scheint es, dass wir es bevorzugen uns selbst besser darstellen, als uns selbst kritisch zu überprüfen. Zum Beispiel bevorzugen wir genaue Informationen über positive Eigenschaften von uns gegenüber den Negativen.

Selbsterkenntnis und innerer Wandel

Um mit den Veränderungen zu beginnen, die wir in unserem Leben sehen, ist es notwendig Wege zu finden, unsere Selbsterkenntnis zu verbessern. Wenn wir in uns hineinschauen, können wir unsere innere Welt der Gedanken, Gefühle und Emotionen sehen. Und indem wir sie sehen, können wir versuchen, diese zu verstehen. Außerdem können wir erkennen, was uns dazu bringt, traurig, glücklich oder spirituell zu sein. Mit dieser Analyse können wir beginnen, unsere innere Transformation zu planen. So können wir daran arbeiten, was wir in unseren Handlungen, unserem Leben und in der Art, wie wir uns anderen gegenüber verhalten, verändern sollen. Wir sind in der Lage, unsere inneren Geheimnisse zu enthüllen. Wir können uns auf eine unglaubliche Reise der Selbsttransformation begeben. Dabei ist es wichtig, bestimmte Konzepte, die in uns selbst verwurzelt sind, zu überdenken, wie z.B.: „Ich werde nie besser werden“ „Ich werde es nie bekommen, was ich will“, oder „ich werde nie glücklich sein“.

Woran wir auch arbeiten, verbessert sich. Meistens finden wir, was wir suchen. Aber wir müssen das als Solches erkennen, wenn wir es finden. Wer glaubt, es nie finden zu können, verpasst oft was er direkt vor der Nase hat.

Eine Anekdote

Ein Mann sitzt auf dem Dach seines Hauses, als das ganze Dorf überschwemmt wird, einschließlich seines Hauses. Der Wasserstand steigt immer noch an. Jemand kommt auf einem Boot vorbei und bittet ihn einzutreten. Aber er sagt, dass er darauf wartet, dass Gott ihn rettet. Ein wenig später kreist ein Helikopter herum und lässt ein Seil und einen Stuhl fallen, damit er an Bord kommt. Aber der Mann sagt, er will, dass nur Gott ihn rettet. Der Mann ertrinkt, kommt in den Himmel und fragt Gott: Wo warst du, als ich dich brauchte? Gott antwortet: Ich habe dir ein Boot und einen Hubschrauber geschickt. Wo warst du?“

Die Rolle des eigenen Willens

Wenn du den Willen hast, wirst du auch den Weg finden, dorthin zu kommen oder so nah dran, wie es eben möglich ist. Wenn du den Willen zur Veränderung hast, so wirst du dich mit Sicherheit verändern. Fehlt dieser Wille, dann kann dir niemand helfen.


An welchen Charaktereigenschaften muss ich arbeiten?

Es gibt viele große Gelehrte und Vorbilder, die Wege zum Glück und zur Vollkommenheit aufgezeigt haben. Aus Sicht der spiritistischen Lehre war Jesus von Nazareth der größte Psychotherapeut, der je auf Erden gelebt hat. In seiner Bergpredigt, insbesondere in den Seligpreisungen hat er uns einen wunderbaren Leitfaden gegeben, eine organisierte Liste der Eigenschaften des perfekten vollkommenen Menschen. Dabei spürt man schon an seiner Wortwahl, was Jesus möchte. Er will, dass die Menschen glücklich werden, denn „Selig“ heißt einfach „glücklich zu preisen“.  So erklärt er den Menschen, wie sie ihr Verhalten ändern müssen, um glücklich zu sein. Übersetzen wir jetzt noch „Evangelium“ mit „Gute Nachricht“ so können wir sagen, dass diese „Gute Nachricht“ der Leitfaden zum Glück ist.

Im einem späteren Artikel werden diese Charaktereigenschaften beschrieben, in der Reihenfolge, wie Jesus sie in den Seligpreisungen aufgeführt hat.


Das Ergebnis:
Der Mensch auf dem Weg zu Vollkommenheit und Glück

Joanna de Angelis schreibt in ihrem Buch „Das Erwachen des Geistes

„Das seiner unsterblichen Wirklichkeit bewusste Wesen wirkt mit Freude. Es feilt an den Kanten der Persönlichkeit und des Egos mit der natürlichen Gegenkraft des Altruismus, der Großzügigkeit und des Dienstes am moralischen Wachstum seiner selbst wie seines Nächsten. Das Evangelium ist das kostbarste Traktat der Psychotherapie und Psychosynthese mit seinen vibrierenden Vorschlägen zur Selbstentdeckung der inneren Reise, auf der Suche nach Wirklichkeit und Einheit…

Unternimmt das Wesen den Versuch, das Ego zu überwinden, erlebt es eine außerordentliche Befriedigung. Es fühlt sich frei für großartige Herausforderungen …“                  

    Das Erwachen des Geistes“, Divaldo Franco – Joanna de Angelis

Der Vortrag zu diesem Artikel finden Sie als YouTube-Video hier: „Vortrag „Innere Reform“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.