Die göttlichen Gesetze

Die natürlichen Gesetze Gottes: Unter diesem Begriff verstehen wir alle physikalischen Naturgesetze und auch die Lehre von Ursache und Wirkung. Die physikalischen Gesetze, auf die der Wille des Menschen keinen Einfluss hat, also die Bewegung und die Verhältnisse des Stoffes, werden von der Wissenschaft studiert.

Die moralischen Gesetze Gottes: Diese betreffen den Menschen an sich. Sie umfassen das ethische Verhalten und benennen die Regeln über das Leben sowohl des Leibes als auch des Geistes. Die moralischen Gesetze definieren das Verhältnis des Menschen zu Gott und den Umgang mit seinen Nächsten. Die Gesetze Gottes sind vollkommen und unveränderlich. Sie sind die Harmonie, welche das stoffliche Universum und die moralische Entwicklung regiert. Der Gelehrte studiert die Gesetze des Stoffes, der gute Mensch diejenigen der Moral und hält sie auch ein.

Das natürliche Gesetz

Es ist das einzig wahre Gesetz Gottes für das Glück des Menschen. Dieses Gesetz hat Gott uns in unser Gewissen geschrieben. Der Mensch ist nur darum unglücklich, weil er davon abweicht. Es ist ewig und unveränderlich, wie Gott selbst. Alle können es erkennen, aber erst eines Tages werden es alle begreifen.

Das Gesetz des Gebetes

Beten ist Erhebung der Gedanken zu Gott, durch beten bringt man Ihm die Seele näher. Beten kommt aus dem Bewusstsein der eigenen Schwäche und führt den Menschen dahin, sich Dem zu fügen, Der einen beschützt. Das Gebet begründet sich in der Einhaltung der Gesetze Gottes und ist die Verbindung zu Ihm. Zu beachten gilt immer der Wille Gottes, der am Besten weiß, was das Richtige für uns ist. Das aufrichtige Gebet liegt im Herzen und nicht in äußerlichen Gebärden der Frömmigkeit. Gebete können drei Dinge beinhalten: loben, bitten und danken. Einer besonderen Zeremonie oder eines bestimmten Rituals bedarf es nicht. Es sind weder Gegenstände noch Räucherwerk von Nöten.

Das Gesetz der Arbeit

Gott gibt uns die Arbeit als eine Notwendigkeit für die Menschheit, um Bedürfnisse, Genüsse und Fortschritt zu sichern. Der Geist arbeitet dabei gleichermaßen wie der Leib. Jede nützliche Beschäftigung ist Arbeit, egal ob körperlicher oder intelligenter Tätigkeit. Dabei hilft der Starke dem Schwachen. Ohne Arbeit verbliebe der Mensch in der Kindheit seiner Intelligenz. Nahrung, Sicherheit und Wohlsein verdankt er seiner Arbeit und Tätigkeit. Die Grenzen der Arbeit sind die menschlichen Kräfte. Ruhe dient dazu, die Kräfte des Leibes wiederherzustellen und sie ist auch notwendig, um der Intelligenz etwas mehr Freiheit zu lassen, damit sie sich über den Stoff erheben kann.

Das Gesetz der Fortpflanzung

Gott lässt uns dieses Naturgesetz als natürliche Notwendigkeit erkennen, denn ohne Fortpflanzung ginge die leibliche Welt (Menschen, Tiere, Pflanzen) zugrunde. Eine Überbevölkerung der Welt ist dabei nicht möglich, da Gott das natürliche Gleichgewicht aufrecht erhält. Dabei ist die Entwicklung der menschlichen Rasse immer angepasst an natürliche Gegebenheiten und an die Reife ihrer Intelligenz. Der Mensch bekommt die Möglichkeit, Tiere und Pflanzen zur Vollkommenheit zu verändern, aber jeglicher Missbrauch ist niemals ein Recht. Alles, was die Natur in ihrem Fortschritt behindert (wie z.B. der übertriebene Einsatz von Monokulturen oder Pestiziden), richtet sich gegen das allgemeine Gesetz. In der menschlichen Gesellschaft ist die Ehe ein Fortschritt für die Menschheit im Ganzen. Auch die Ehe dient der Fortpflanzung, doch ihre Abschaffung bedeutet eine Rückkehr zum Leben der Tiere.

Das Gesetz der Erhaltung

Der Erhaltungstrieb ist ebenfalls ein Naturgesetz. Damit alle an den Absichten der Vorsehung mitwirken können, gab Gott den Menschen das Bedürfnis zu leben. Es ist der Drang zur Vervollkommnung, der instinkthaft von allen Wesen gefühlt wird. Zum Erhalt des Lebens bekommt der Mensch von Gott alle Mittel, aber erkennt er diese nicht immer. Die Natur hat eine Grenze für das Notwendige gezogen, doch durch Ausschweifung und Übertreibung gelangt der Mensch zum Überdruss und straft sich dabei selbst. Die Grenze des Notwendigen erkennt der Mensch intuitiv. Der Mensch soll für Kraft und Gesundheit Sorge tragen, um seine Arbeit zu ermöglichen und doch kann er auch für sein Wohlbehagen sorgen. Kasteiungen und Askese haben keinen Nutzen für den Menschen, da es nur den Körper schwächt und dem Nächsten nicht dienlich ist. Er soll sich schützen vor Gefahren und Leiden, aber Hochmut und Eigennutz, die an seinem Herzen nagen, bekämpfen.

Das Gesetz der Zerstörung

Alles muss zu Grunde gehen, damit es sich wieder neu aufbaue und neu schaffe. Zerstörung ist eine Umwandlung, die die Erneuerung und Verwandlung der Lebewesen zum Zwecke hat. Also sind Naturkatastrophen eine Notwendigkeit zur Erhaltung des Gleichgewichts und um eine bessere Ordnung der Dinge herbeizuführen. Die Zerstörung der stofflichen Welt vermindert sich in dem Maße, wie der Geist der Menschheit sich über den Stoff erhebt und richtet sich nach ihrer intellektuellen und moralischen Entwicklung. Zum Krieg treibt den Menschen die Herrschaft der tierischen über die geistige Natur und die Befriedigung seiner Leidenschaften. Je mehr der Mensch fortschreitet, desto seltener werden Kriege, weil er dann deren Ursachen vermeidet. Und so werden eines Tages auch Zweikämpfe, Morde verfeindeter Gangs, Ehrenmorde und auch die Todesstrafe verschwinden.

Das Gesetz der Gesellschaft

Gott schuf den Menschen zu einem geselligen Wesen, mit Sprache und allen zu einem geselligen Leben notwendigen Eigenschaften. Der Mensch soll durch gegenseitige Unterstützung fortschreiten, denn allein kann er es nicht. Er bedarf der Berührung mit anderen Menschen, in der Vereinsamung verkümmert er. Also ist der Rückzug aus der Gesellschaft die Befriedigung des Egoisten, indem er sich dazu verurteilt, niemandem nützlich zu sein. Sich zurück zu ziehen, um sich der Pflege Unglücklicher zu widmen, ist dagegen ein hoher Verdienst.

Das Gesetz des Fortschritts

Der Mensch entwickelt sich auf natürliche Weise, aber nicht alle schreiten gleichzeitig und in gleicher Weise fort. Dabei folgt die moralische Entwicklung der intellektuellen, wenn auch nicht immer unmittelbar. Der Fortschritt der Menschheit ist nicht zu verhindern, allerdings können Hochmut und Egoismus den moralischen Fortschritt zeitweise aufhalten und verzögern. Der Mensch kann in seiner Entwicklung zu einem Stillstand kommen, aber nie zu einem Rückschritt. Die Entwicklung betrifft nicht nur den einzelnen Menschen, sondern auch ganze Gesellschaften, Völker und Nationen. Ein Zusammenschluss aller Völker dieser Erde ist nicht möglich, da die Unterschiede der äußeren Gegebenheiten und des Klimas zu groß sind. Die Spiritistische Lehre spielt für den Fortschritt des Menschen eine besondere Rolle, da sie den Materialismus auflösen, das zukünftige Leben aus dem Schleier der Zweifel heben und die moralische Entwicklung über den Egoismus stellen wird.

Das Gesetz der Gleichheit

Vor Gott sind alle Menschen gleich, also auch Mann und Frau. Er hat alle gleich und mit denselben Voraussetzungen, Grundlagen und Zielen geschaffen, um in ihrer eigenen Entwicklung voran zu kommen. Je nach gemachten Erfahrungen und Gebrauch des freien Willens schreitet ein Geist auf dem Weg zur Vollkommenheit schneller oder langsamer voran. Daher kommen die Unterschiede zwischen den Menschen in Begabung, Gesundheit, Wohlstand, Intelligenz und Reife. Gott lässt es zu, dass verschiedene Entwicklungsgrade miteinander in Berührung kommen. Reifere Seelen helfen den anderen beim Vorwärtskommen. Die Menschen, die sich einander gegenseitig bedürfen, erkennen dabei das Gesetz der Nächstenliebe, das sie einigen soll.

Das Gesetz der Freiheit

Eine unbedingte Freiheit genießt der Mensch auf dieser Erde nicht, es sei denn er ist Einsiedler in einer Wüste. Sobald zwei Menschen zusammen kommen, haben sie die gegenseitigen Rechte zu achten. Ein Grundsatz ist, dass kein Mensch Eigentum eines anderen Menschen sein soll. In seinem Denken ist der Mensch zwar grenzenlos frei, jedoch vor Gott verantwortlich. Die Gewissensfreiheit ist eine der besonderen Kennzeichen der wahren Zivilisation und des Fortschritts. Jeder Glaube ist zu achten, wenn er zum Tun des Guten und zur Nächstenliebe führt. Jeder Mensch hat die Freiheit von Gott, seine Meinung zu vertreten, sich nach dem eigenen und freien Willen zu entfalten und den Glauben zu leben, den er für richtig hält. Damit ist jeder Mensch für sein eigenes Handeln, Gerede und sogar für seine Gedanken verantwortlich.

Die Gesetze der Gerechtigkeit, der Liebe und der Barmherzigkeit

Gerechtigkeit ist die Achtung vor den Rechten eines jeden Menschen und erkannt wird sie vom eigenen Gewissen. Natürliches Gerechtigkeitsgefühl legt Gott in des Menschen Herz, doch egoistische Leidenschaften verunreinigen und entstellen oft diese Gefühle.

Die Gerechtigkeit Gottes liegt darin, dass Er jedem Geist, den Er schuf, die Möglichkeit einräumt, die Vollkommenheit zu erreichen. Darin liegt auch Seine Liebe und Barmherzigkeit. Der Weg des Geistes zur Vollkommenheit sind die Inkarnationen auf den verschiedenen Welten, bis er einen Grad der Erhabenheit erreicht hat, ab dem es nicht mehr nötig ist, dass der Geist durch einen Leib der groben Materie gehen muss. Die am höchsten entwickelten Geistwesen haben also den gleichen Weg in Mühsal und Leid beschritten, den wir heute gehen müssen.

Die sittliche (moralische) Vervollkommnung

Der Verzicht auf persönliche Interessen für das Wohl des Nächsten sind erhabene Tugenden. Alle Tugenden sind verdienstvoll, weil sie ein Zeichen des Fortschrittes auf dem Weg zum Guten sind. Die verdienstvollste ist wohl die der selbstlosen uneigennützigen und bedingungslosen Nächsten-liebe. Das egoistische persönliche Interesse ist das am meisten charakteristische Zeichen der Unvollkommenheit. Der Mensch muss erkennen, dass persönlicher Reichtum eigennützig ist und der persönlichen Entwicklung nicht hilft. Geiz und Gier ist der Weg des Egoisten. Gott verlieh dem Menschen das Prinzip der Leidenschaften zum Guten und diese können ihn zu Fortschritt und zu großen Dingen führen. Erst der Missbrauch erzeugt Übel. Gott hat dem Menschen die Intelligenz und die Moral gegeben, um Seine Gesetze zu studieren, sie nach und nach zu erkennen und sie zum Fortschritt zu nutzen.

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