Die geistige Welt

Von den Geistern

Geister sind die intelligenten Wesen der Schöpfung. Sie bevölkern das All außerhalb der stofflichen Welt. Innerhalb der stofflichen Welt existieren sie als inkarnierte Geister und bilden die Seele des Menschen. Geister sind unkörperlich und besitzen eine feinstoffliche Hülle. Die nicht inkarnierten Geister bilden eine Welt, die wir Menschen in der Regel nicht sehen können. Die körperliche Welt ist unabhängig von der geistigen, doch finden unaufhörlich Beziehungen zwischen beiden statt, denn sie wirken fortwährend aufeinander ein.

Einverleibung oder Inkarnation der Geister

Der Mensch besteht aus 3 Teilen: 1. dem Leib oder Körper; 2. der Seele, also dem inkarnierten Geist dessen Wohnung nun der Leib ist und 3. dem vermittelnden Prinzip oder Perisprit, einer halbstofflichen Substanz, die dem Geist als nächster Hülle dient und Seele und Leib verbindet. Um zur Vollendung zu gelangen, müssen die Geister alle Wechselfälle der leiblichen Existenz durchgemacht haben. Durch die Inkarnationen soll der Geist auch befähigt werden, für seinen Teil an Gottes Plan beizutragen. Alle Geister gehen durch die Höhen und Tiefen des leiblichen Lebens.

Die Rückkehr in die geistige Welt

Im Augenblick des Todes wird die Seele wieder Geist, sie kehrt in die Welt der Geister zurück. Sie bewahrt ihre Individualität. Der Perisprit enthält dabei die Erinnerungen und Erfahrungen ihrer letzten Inkarnationen. Das Leben des Geistes ist ewig. Er stirbt nie. In der Regel ist die Trennung von Leib und Seele nicht schmerzhaft. Beim natürlichen Tod aus Altersschwäche infolge Erschöpfung der Organe verlässt das Leben den Menschen, ohne dass dieser es überhaupt bemerkt. Der Augenblick des Todes ist für den Geist, der das Ende seiner körperlichen Existenz herankommen sieht, ein erhebendes Glücksgefühl. Bei der Trennung von Leib und Seele befreit sich der Geist. Je stärker sich der Mensch an das Leben klammert, je stärker er materiell und sinnlich war, desto schwieriger die Trennung.

Mehrheit der Existenzen – Reinkarnation

Der Geist erlangt durch mehrere leibliche Existenzen die Vollkommenheit. Der Zweck der Reinkarnationen ist die fortschreitende Besserung des Menschen, denn wenn man nur Geist bliebe, käme man in seiner Entwicklung nicht voran. In jeder neuen Daseinsform macht der Geist einen Schritt vorwärts auf dem Wege des intellektuellen und moralischen Fortschritts. Unsere verschiedenen Existenzen erfüllen sich auf verschiedenen Welten. Die Erde ist weder die erste noch die letzte, sie ist eine der am meisten stofflichen und am weitesten von der Vollendung entfernten Welten. Es gibt viele Welten auf gleicher Stufe. Daher muss der Geist also nicht auf allen Welten inkarnieren. Die Geister können in ihrer Entwicklung stehen bleiben, aber sie gehen nie rückwärts.

Betrachtungen über die Mehrheit der Existenzen – Reinkarnation

Die Lehre der Reinkarnation wurde schon durch Pythagoras beschrieben. Dieser schöpfte bei den indischen Philosophen und alten Ägyptern, wo diese Lehre seit undenklichen Zeiten existierte. Auch in vielen anderen Religionen und den östlichen Philosophien ist die Reinkarnationslehre elementarer Bestandteil. Sie erklärt viele Fragen, deren Beantwortung mit nur einer Existenz sehr schwer möglich wäre. Mit ihr lassen sich begründen, woher z.B. die so verschiedenen und von der Erziehung unabhängigen Eigenschaften von Geschwistern oder die außergewöhnlichen Begabungen gewisser ganz junger Kinder kommen, ihre Ideen oder Anschauungen und ihr angeborener Sinn für Würde oder Gemeinheit, der in keinem Verhältnis zu der Umgebung steht in der sie aufwachsen. Schlichtweg erklärt sie, warum manche weiter Fortgeschritten sind als andere. Ihre Seele muss also vor der Geburt bereits existiert haben, wo sie intellektuelle und moralische Entwicklungen durchgemacht hat.

Wie gerecht wäre ein Gott, der Wohlstand so ungleich verteilt, dass manche unter bitterer Armut leiden, während andere in unermesslichem Reichtum leben, wenn es nur eine Existenz gäbe? Geht man allerdings von vielen Existenzen aus, so ist es plausibel, dass jeder durch verschiedene Situationen gehen muss, um die jeweiligen Herausforderungen zu meistern und dabei notwendige Erfahrungen zu sammeln die zur Vollkommenheit führen.

Hingegen hätte der Gedanke etwas trostloses, wenn unser Los mit nur einer einzigen Existenz auf ewig entschieden werden sollte, auch, wenn es nicht immer von uns abhing auf Erden die Vollendung zu erreichen, während die entgegengesetzte Vorstellung uns Hoffnung schenkt. Gäbe es die Reinkarnation nicht, so stellte sich die Frage warum Gutes tun? Warum sich dann Zwang antun, warum nicht alle Wünsche und Leidenschaften befriedigen und sei es auf Kosten anderer?

Das geistige Leben

 Das Leben in der geistigen Welt ist der normale Zustand der Geister, während die Inkarnationen auf der Erde eine zeitlich begrenzte Phase darstellt, die die weniger entwickelten Geister durchlaufen müssen. In der geistigen Welt ist der Geist vom leiblichen Körper befreit, hat allerdings eine feinstoffliche Hülle deren Dichte vom Grad seiner Entwicklung abhängt.

Nach einer Inkarnation durchleben die Geister verschiedene Phasen, die von vielen Faktoren abhängen, wie z.B. die moralische Entwicklung, die Umstände des Todes, etc. So studieren manche Geister ihre Vergangenheit, durchleben die gemachten Erfahrungen während ihrer letzten Inkarnation und erkennen die moralischen Aspekte ihrer Handlungen. Sie suchen Mittel und Wege zur Erhöhung mit dem Ziel, sich persönlich zu vervollkommnen. Ein großer Teil derer geht einer sinnvollen und erhöhenden Arbeit in der geistigen Welt nach. So gibt es die vielfältigsten Aufgaben. Auch die Geister leben in „Häusern“ und Gemeinschaften, die organisiert werden müssen. Es gibt Hilfseinrichtungen für kranke Geister, spezielle Teams, die Inkarnierten helfen, musikalische und künstlerische Beschäftigungen, usw. Auch Geister höchster Ordnung haben eine Beschäftigung. Die Missionen und Sendungen dieser Geister haben stets einen guten Zweck, stets dient ihr Wirken dem Fortschritt. Sie handeln nach Gottes Plan, verbreiten ihn im All und wachen über seine Durchführung.

Die Rückkehr ins leibliche Leben

Hat der Geist noch nicht die notwendige Stufe der Vollkommenheit erreicht, so drängt es ihn früher oder später nach einer neuen Inkarnation, um Erfahrungen und Entwicklungen zu machen, die allein in der geistigen Welt nicht möglich wären. Je nach Reife bereitet sich der Geist zusammen mit seinen Mentoren sehr gezielt auf diese neue Inkarnation vor. Er nimmt sich bewusst Aufgaben für das neue Erdenleben vor, seine Eltern und sein Umfeld werden sorgfältig ausgewählt, seine körperlichen und geistigen Eigenschaften entsprechend festgelegt.

Die Vereinigung der Seele mit dem Leib beginnt mit der Empfängnis, vollständig wird sie aber erst durch die Geburt. Vom Augenblick der Befruchtung ist der Geist mit dem Leib durch ein fluidales Band verbunden. Mit dem ersten Atemzug des Kindes ist er vollständig ins Leben eingetreten.

Die Einwirkungen der Geister auf die leibliche Welt

Geister können unsere Gedanken lesen und sogar das sehen, was wir vor uns selbst verbergen. Die Geister üben einen ständigen Einfluss auf unser Tun und Denken aus. Sehr oft sind sie es, die uns leiten. Den Einfluss der böswilligen Geister kann man reduzieren, indem man Gutes tut und sein ganzes Vertrauen in Gott setzt, denn so weist man den Einfluss der niederen Geister zurück und zerstört die Herrschaft, die sie ausüben wollen. Es kann passieren, dass eine Seele in so starke Abhängigkeit von einem böswilligen Geist gerät, dass sie sich unterjochen lässt unter Aufhebung ihres freien Willens. In diesem Fall spricht man von Besessenheit. Allerdings ist immer ein guter Geist bei uns, der uns zum Guten inspiriert und beisteht. Jeder Mensch hat einen Schutzgeist, dessen Mission es ist, den Menschen durch das Leben zu geleiten und in seinem Fortschritt zu fördern.

Die drei Reiche

In der Natur bezeichnet man als die drei Reiche das Mineralreich, das Tierreich (Fauna) und das Pflanzenreich (Flora). Vom stofflichen Gesichtspunkt aus gibt es nur organische und unorganische Wesen. Der träge Stoff des Mineralreiches besitzt auch nur eine träge Kraft. Die Pflanzen aus trägem Stoff sind mit Lebenskraft, ausgestattet. Die Tiere aus trägem Stoff sind mit Lebenskraft, ausgestattet und besitzen instinktartige, beschränkte Intelligenz verbunden mit Daseinsbewusstsein. Der Mensch, der die vierte Klasse bildet, besitzt alles, was in Pflanzen und Tieren liegt. Er beherrscht alle anderen Klassen durch unbeschränkte Intelligenz, die ihm Bewusstsein seiner Zukunft, die Erkenntnis außerstofflicher Dinge und das Bewusstsein Gottes gewährt.

Entwicklung, Entwicklungsstufen, Fortschritt, Wachstum

Alle Geister haben denselben Ursprung und dieselbe Bestimmung. Sie sind Gottes Schöpfung und werden einfach und unwissend geschaffen. Die zwischen ihnen bestehenden Unterschiede bedeuten keineswegs Artenunterschiede, sondern nur verschiedene Entwicklungsstufen. Mit jeder neuen Existenz bzw. Inkarnation vollbringt der individuelle Geist einen mehr oder weniger großen Fortschritt und wenn er auf der Erde die Summe der Kenntnisse und der sittlichen Erhebung gefunden hat, die unser Himmelskörper ermöglicht, so verlässt er ihn, um in eine höhere Welt überzutreten, wo er die Möglichkeiten zu neuen geistigen Bereicherungen und Erfahrungen findet, um sich weiterzuentwickeln.

Der Aufbau der geistigen Welt

Es gibt Welten für die verschiedenen Abstufungen des Fortschrittes der Geister. Je weniger der Geist vorgerückt ist, desto schwerer und materieller sind die Körper, welche er bewohnt; in dem Maße, wie der Geist reiner wird, wird er moralisch und physisch in höhere Welten übergehen. Die Erde ist weder die erste noch die letzte derselben, sie ist aber eine der am wenigsten vorgerückten.

Die Einteilung der Geister erfolgt nach dem Grade ihres Fortschritts und der errungenen Eigenschaften. Im Allgemeinen kann man die Geister in drei Hauptabteilungen einteilen; unten an der Stufenleiter sind die Unvollkommenen, erkennbar an der höheren Gewichtung des Stoffes über den Geist und Neigung zum Bösen. In der Mitte stehen die Guten, erkennbar an der höheren Gewichtung des Geistes über den Stoff und Sehnsucht nach dem Guten. Oben an der Spitze finden wir die reinen Geister, welche die Vollkommenheit erreichten.

Kommunikation mit der geistigen Welt

Die sichtbare Welt lebt inmitten der unsichtbaren Welt, mit der sie in fortwährendem Kontakt steht. So ergibt sich, dass eine auf die andere unaufhörlich reagiert. Daraus folgt, dass es, seit es Menschen gibt, auch Geister gegeben haben muss und dass, wenn die Geister die Fähigkeit haben sich kund zu tun, sie dies sicher in allen Zeiten und bei allen Völkern bereits getan haben.

Wie kommuniziere ich mit der geistigen Welt

In der Regel wirken die Geister in verborgener Weise auf die Menschen durch die Gedanken ein, die sie ihnen inspirierend einflüstern. Darüber hinaus können Geister sich auf viele verschiedene offene Weisen kundgeben: durch das Gesicht, Gehör, Gefühl, durch Geräusch, Bewegungen von Körpern, durch Schrift, Zeichnen, Musik und dergleichen. Sie offenbaren sich durch die Vermittlung von für jede Gattung der Mitteilungen mit einer besonderen Fähigkeit begabten Personen, die man als „Medien“ bezeichnet.

Medien und Mediumschaft

Jeder Mensch, der den Einfluss der Geister in gewissem Grade empfindet ist dadurch schon ein Medium. Die mediumistische Fähigkeit (Mediumschaft) wohnt dem Organismus inne. Sie ist von den moralischen Eigenschaften des Mediums unabhängig. Man findet sie sowohl bei den unvollkommensten als auch bei den edelsten Menschen.

Arten und Eigenschaften der Medien

Je nach ihren Fähigkeiten teilt man sie in zwei Gruppen ein. Die erste Gruppe besteht aus den physisch wirkenden Medien. Sie sind zur Hervorbringung materieller Erscheinungen geeignet, wie zum Beispiel: Klopftöne, Bewegung von Körpern, Hebung von Gegenständen usw. In der zweiten Gruppe befinden sich die Medien für intelligente Mitteilungen. Dies sind unter anderem sehende, sprechende, hörende, sensitive, zeichnende, vielsprachige, dichterische, musikalische und schreibende Medien.

Spontane und hervorgerufene Phänomene

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von geistigen Phänomenen. Die spontanen Kundgaben finden völlig unerwartet statt. Sie erfolgen oft bei Personen, die den spiritistischen Ideen ganz fremd gegenüberstehen. Dem gegenüber gibt es die hervorgerufenen, also bewusst herbeigeführten Kundgaben. Beide Phänomene treten nur bei Medien auf, also bei Menschen, die mit besonderen natürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind.

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