Geschichte des Spiritismus in Deutschland – Teil II

Nach einer langen dunklen Zeit des Krieges und der Zerstörung war die Zeit wieder reif, auch in Deutschland eine spirituelle Erneuerung zu beginnen. So sind ab den 1960er und 70er Jahren die „New Age-Bewegung“ und „Esoterische Bewegung“ auch in Deutschland angekommen und brachten eine „spirituelle Bewegung“ in die Gesellschaft. Die Menschen haben sich wieder mit spirituellen Themen beschäftigt. Viele waren von den traditionellen Kirchen enttäuscht, wollten aber ihre Spiritualität und ihren Glauben weiter praktizieren und auch weiterentwickeln.

Viele Bücher deutscher Autoren, unzählige Übersetzungen vor allem aus dem Englischen, zahlreiche mediumistisch (medial) durchgegebene Bücher sind erschienen. Die Gleichgesinnten haben sich wieder in Veranstaltungen getroffen und sie gründeten Gruppen und Vereine. 

Es entstanden auch Verbände wie der „Verband Deutscher Heilpraktiker“, oder der „Dachverband Geistiges Heilen“. Medium-Kurse u.v.m. bilden bis heute eine sehr vielfältige spirituelle und mystische Bewegung in Deutschland.

Aus unserer Sicht ist hier allerdings sehr wichtig, auf die Qualität der Inhalte zu achten sowie den Botschaften von Medien und deren Geistern sehr kritisch gegenüber zu stehen.

„Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt.“

So steht im 1.Johannes 4:1. Diese Warnung gilt zu jeder Zeit (siehe auch „Falsche Propheten“, Evangelium).

Auch verfolgen viele Anbieter einen größtenteils kommerziellen Zweck. Wir lesen z.B., dass eine „Medium-Ausbildung“ an einem Wochenende 1.200 EUR (ohne Übernachtung!) kostet oder für eine „Beratung“ mit einem Medium mehr als 100 EUR pro Stunde verlangt wird. Spiritualität wird hier zur Ware und die Dienste aus höherer geistiger Sphäre werden kommerzialisiert. Sicherlich entstehen wohl Kosten für die Anbieter, die zurückerstattet werden mögen. 

Wir Spiritisten nach Allan Kardec sehen diese Entwicklung jedoch sehr kritisch.

Wir bieten alle Dienste kostenlos und ehrenamtlich an, es werden höchstens Spenden angenommen. Gemäß der Prämisse „Gebe umsonst was du umsonst empfangen hast“ (siehe Evangelium, uneigennützige Mediumschaft), sind wir aus mehreren Gründen der Auffassung, dass der „mediumistische Dienst“ (der Dienst mit ausdrücklicher, direkter Unterstützung durch einen Geist) umsonst sein muss, um die Unabhängigkeit und die Qualität der Hilfe gewährleisten zu können. Die wahre Nächstenliebe lässt sich nicht mit Geld bewerten.

In diesen Zeiten des „spirituellen Wiedererwachens“ im deutschsprachigen Raum nahm die Spiritistische Lehre (noch weniger unter der Bezeichnung „Spiritismus“) dennoch kaum eine positive Entwicklung.

Rudolf Passian schrieb einst dazu:

„Der Spiritismus wird fälschlicherweise oft und gern mit Nekromantie verwechselt.“ (…)

„Es fällt auf, dass in der New Age-Szene bzw. deren ideologisch dominierenden Strömungen der Spiritismus keine gute Beurteilung erfährt. Ebenso seitens der etablierten Wissenschaften und der Kirchen. Somit gilt als feststehend, dass bloß Leichtgläubige oder Betrüger dem Spiritismus etwas Positives abgewinnen können. Ob dieser nun zu Recht oder Unrecht in Verruf geriet oder absichtlich diskriminiert wurde, sei dahingestellt; doch lohnt es sich fast immer, das, was öffentlich allzu einhellig verdammt wird, vorurteilsfrei zu untersuchen.“                                                  

Hier möchten wir einige aus spiritistischer Sicht sehr positive Beispiele erwähnen, die das spirituelle Fundament im deutschsprachigen Raum bilden.

Die meisten der folgenden Persönlichkeiten und deren Werke bezeichnen sich selbst nicht als „Spiritist“ oder „spiritistisch“, sondern als „christlicher Spiritualist“ oder rein „spiritualistisch“.


Chronik der Spiritualität in Deutschland aus spiritistischer Sicht
Teil II – von 1960 bis zur Gegenwart 

Rudolf Passian – Botschafter für das geistige Leben

Januar 1971

Rudolf Passian – Botschafter für das geistige Leben

Rudolf Passian (1924-2018) Der liebenswerte Weltbürger Passian war ein sehr engagierter Schriftsteller und Vortragsredner im Bereich Reinkarnation, Jenseits und mediale Eigenschaften des Menschen. Er prägte seit den 1970er Jahren wie kaum ein anderer die Erforschung rund um die so genannten „PSI-Phänomen“ im deutschsprachigen Raum. Passian sammelte im Lauf der Jahre

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Ein deutscher Physiker begründet die Unsterblichkeit der Seele

Januar 1975

Ein deutscher Physiker begründet die Unsterblichkeit der Seele

Prof. Dr. rer. nat. Werner Schiebeler, Physiker (1923 -2006) war ein Forscher und engagierter Parapsychologe, der offen und glaubhaft die Phänomene der hochsensiblen Menschen (so genannte Medien) aus dem Blickwinkel eines Physikers erforschte. Beispiele seiner Bücher: 1983, Ravensburg, „Das Fortleben nach dem Tode“ zu Parapsychologie und Parapsychophysik (Begriff: Paraphysik) 1989,

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Weitere bemerkenswerte Bücher und Ereignisse

April 1980

1979, München, Thorwald Dethlefsen veröffentlicht „Schicksal als Chance“, Basis der transpersonalen Psychologie; 1983, München, Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke „Krankheit als Weg“ 1980er Jahre, Gründung vom Bauer-Verlag, später Schirner -Verlag 1984, Hamburg, Hemleben, J., Jenseits. Ideen der Menschheit über das Leben nach dem Tode vom ägyptischen Totenbuch bis zur Anthroposophie Rudolf

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Erste Treffen der deutschen Spiritisten der Neuzeit

April 1990

Erste Treffen der deutschen Spiritisten der Neuzeit

Ab den 1990er Jahren entstanden auch die ersten spiritistischen Gruppen der Nachkriegszeit, die spiritistische Studien und Arbeit nach Allan Kardec betreiben, meistens durch brasilianische Einwanderer gegründet (in den Kriegszeiten entwickelte sich die spiritistische Lehre nach Kardec besonders stark in den südamerikanischen Ländern weiter, insbesondere in Brasilien). Die ersten Gruppen wurden in

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Erste Vorträge von Divaldo Franco in Deutschland

April 1990

Erste Vorträge von Divaldo Franco in Deutschland

1993 fanden die ersten Vorträge des berühmten brasilianischen Redners und Mediums „Prof. h.c. Divaldo Franco“ in Deutschland.     Zurück zur Geschichte des Spiritismus in Deutschland Teil II

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Veröffentlichung des Buches „Leben mit den Toten“

April 2002

Veröffentlichung des Buches „Leben mit den Toten“

Eine gute Übersicht über die Spiritistische Praxis in Deutschland der vergangenen Jahrhunderte gibt das Buch „Leben mit den Toten – Geisterglauben und die Entstehung des Spiritismus in Deutschland 1770 – 1900“ von Diethard Sawicki. Sawicki steht dem gegenüber zwar sehr skeptisch gegenüber, hat aber die Geschichte der Spiritistischen Bewegung und

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„Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ wird auf Deutsch veröffentlicht

April 2002

„Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ wird auf Deutsch veröffentlicht

2002 in München wurde „Das Evangelium im Lichte des Spiritismus“ durch den neu gegründeten Verlag „Spiritismus Verlag“ veröffentlicht.   Zurück zur Geschichte des Spiritismus in Deutschland Teil II

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Gründung von spiritistischen Verlagen

Juli 2002

Gründung von spiritistischen Verlagen

Spiritismus Verlag http://spiritismus-verlag.de Gesellschafter: Donnatella Schiavone-Kapuy und Arnoldo da Silva Pereira Lichttropfen Verlag www.lichttropfen.de Inhaberin: Fernanda Marinho-Göbel Perisprit Verlag http://www.perisprit-verlag.de/ Inhaberinnen: Maria Gekeler und Christina Renner EDICEI www.deutsch.edicei.de (www.edicei-europe.com) Sitz: Winterthur, CH Geschäftsführerin: Gorete Newton Träger ist der Internationale Spiritistische Rat. Charles Kempf (1. Vorsitzender)       Zurück zur

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Berlin „Vereinigung der Deutschen Spiritistischen Gruppen“ gegründet

April 2003

26. Oktober 2003 wurde in Berlin die „Vereinigung der Deutschen Spiritistischen Gruppen“ gegründet mit dem Ziel die Arbeiten der spiritistischen Gruppen besser zu koordinieren und gemeinsam für die Öffentlichkeitsarbeit der Spiritistischen Lehre in Deutschland zu arbeiten.   Am 18. Oktober 2005, Bonn, Umbenennung in „Deutsche Spiritistische Vereinigung“ (D.S.V.) Maria Gekeler

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Offizielle Gründung von spiritistischen Vereinen in Deutschland

April 2004

Offizielle Gründung von spiritistischen Vereinen in Deutschland

Viele spiritistische Vereine wurden offiziell in Deutschland gegründet. 2004, Stuttgart, erster offiziell gegründeter Verein der Nachkriegszeit „Spiritistischer Studienkreis Allan Kardec“ – Gruppe S.E.E.L.E. e.V. 21.10.2005, München, Gründung der „Münchner Spiritistische Studiengruppe Allan Kardec“ – GEEAK e.V. 2005, Northeim, Gründung der „Allan Kardec Studien- und Arbeitsgruppe“ e.V. – ALKASTAR 07.02.2007, Berlin,

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„Die Genesis“ wird auf Deutsch veröffentlicht

April 2004

2004 wurde in  Frankfurt am Main das Buch „Die Genesis“ durch den Verlag “Lichttropfen” veröffentlicht.   Zurück zur Geschichte des Spiritismus in Deutschland Teil II

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Henia Seifert

Januar 2009

Henia Seifert

2009 ist Henia Seifert von uns gegangen. Sie engagierte sich für die Öffentlichkeitsarbeit der Spiritistischen Lehre nach A. Kardec.  Seit den 1990er Jahren war sie u.a. Gründerin und Förderin der „Freundeskreise Allan Kardec“.   Zurück zur Geschichte des Spiritismus in Deutschland Teil II

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Mystica.tv

April 2012

Mystica.tv

2012 veranstaltete MYSTICA den Kongress „Der Neubeginn“ und es entstand ein gutes Onlineportal über Intuition, Sensitivität, geistige Heilung und Medialität. mystica.tv und der gleichnamige YouTube-Kanal enthalten zahlreiche gute Video-Interviews zu diesen Themen.  Inhaltliche Gestaltung und Leitung: Thomas Schmelzer   Zurück zur Geschichte des Spiritismus in Deutschland Teil II

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Informationsportal kardec.de jetzt online!

April 2019

Informationsportal kardec.de jetzt online!

Online-Schaltung des Informationsportals http://kardec.de (auch kardec.ch und kardec.at). Mit diesem Informationsportal wollen die Betreiber Interessierte mit den Inhalten und Themen der Spiritistischen Lehre erreichen. Dabei besteht die Zielgruppe sowohl aus Einsteigern und fortgeschrittenen Spiritisten als auch aus ‚Spiritualisten‘ bzw. spirituell Interessierten.   Zurück zur Geschichte des Spiritismus in Deutschland Teil

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