Hoffnungen und Tröstungen

Die irdischen Leiden und Freuden

Der Mensch ist seines eigenen Glückes oder Unglücks Schmied. Handelt er nach den moralischen Gesetzen Gottes, so erspart er sich viel Leid. Es hängt also von ihm ab, seine Leiden zu mildern und so glücklich zu werden, wie man überhaupt auf der Erde sein kann. Dies gilt auch für das Leben nach dem Tode.

Das Glück des materiell eingestellten Menschen besteht in der flüchtigen Befriedigung seiner Wünsche. Oft ist er nur unglücklich wegen der Wichtigkeit, die er den Dingen dieser Welt beimisst. Verletzte Eitelkeit, Ehrgeiz und Begehrlichkeiten verursachen sein Unglück. Allerdings erkennt er diese Zusammenhänge nicht und so beklagt er sich über seine Lebenssituationen, über gefühlte Ausweglosigkeit, oder über Lebensüberdruss. Oft sind dies Ursachen von seelischen und körperlichen Krankheiten.

Sobald wir uns über den engen Kreis unserer Begierden und Befriedigungen erheben und unsere Gedanken auf den moralischen stetigen Fortschritt richten, erscheinen uns die Widrigkeiten des Lebens als kleinlich und kindisch. Wenn wir unsere Fehler erkennen und die natürlichen Folgen unserer Fehler tragen, machen wir den ersten Schritt hin zu einem bewussteren und glücklicheren Leben. Wir beginnen, die Folgen unserer Gedanken, Worte und unseres Handelns zu verstehen und richten uns entsprechend aus. So gelangen wir in ein seelisches Gleichgewicht und schaffen es, Krankheiten besser zu ertragen.

Die zukünftigen Leiden und Freuden

Unsere zukünftigen Leiden und Freuden bestimmen wir selbst durch unser Verhalten. Wenn wir auf Erden mit negativen Leidenschaften wie Egoismus, Stolz, Gier und mit Materialismus behaftet sind, so verbleiben wir auch nach dem Tod unseres Körpers in diesen Denkmustern und mit den negativen Einstellungen verbunden. Dies hat zur Folge, dass wir in eine untere Ebene des Jenseits gelangen, denn die negativen Leidenschaften wirken wie ein Ballast, der uns nicht weiter aufsteigen lässt. Oft, insbesondere wenn im Leben eine starke materielle Einstellung vorherrschte, wird dem Geist nicht einmal bewusst, dass er bereits gestorben ist.

Nur durch Einsicht, Erkenntnis und Wandlung der inneren Haltung, kommen wir aus dem Strudel unseres Leidens. Während dieses Prozesses bekommen wir auch Hilfe und Unterstützung von den höher entwickelten Geistwesen. Je höher wir uns entwickeln und je mehr wir moralisch voran schreiten, desto mehr reinigen wir uns und befreien uns vom Materialismus, der von Egoismus und Stolz geprägt ist. Unsere Seele sammelt Erkenntnisse und lernt weiter, wir erhöhen unsere Lebensfreude und werden immer glücklicher. So steigen wir auf in die höheren Ebenen der geistigen Welt.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Jede Handlung, physisch wie gedanklich, hat eine unweigerliche Folge. Unsere Handlungen und Gedanken wirken in jeder Hinsicht, insbesondere auch als Rückwirkung auf uns selbst. Wir sind die Schöpfer unseres eigenen Schicksals, denn unsere Handlungen sind die Ursache und wir erleben deren Wirkung. „Was du heute säst, wirst du morgen ernten“. Allerdings muss diese Folge nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. Insbesondere in den fernöstlichen Religionen wird dieser Zusammenhang als Karma bezeichnet. Dennoch gibt es kein unausweichliches Schicksal, denn durch positives selbstloses Verhalten, eine Ausrichtung auf Gott und ein Leben nach den Gesetzen Gottes können karmische Wirkungen abgeschwächt werden.

Reinkarnation

Wir sind von Gott geschaffene, unsterbliche, aber auch unwissende Geister, die sich durch Lernen und das Sammeln von Erfahrungen immer weiter entwickeln. So können wir uns die Erde für eine Lernphase als Schule vorstellen, wobei jede Inkarnation mit einer Schulklasse verglichen werden kann. Wie Schüler durchlaufen wir alle Klassen, um das Ziel des moralischen Fortschritts und der Weiterentwicklung zu erreichen. Die fleißigen Schüler verkürzen ihren Weg und treffen dabei auf wenige Dornen. Sie durchlaufen schnell und weniger schmerzlich ihre Stufen und genießen früher die Früchte ihrer Taten. Anders geschieht es demjenigen, dessen Nachlässigkeit und Faulheit ihn zur Wiederholung gewisser Klassen zwingt. Dies verlangsamt seinen Fortschritt, so dass er die Lerneinheiten immer wieder von vorne beginnen muss. Derjenige, der im Gegensatz dazu sehr fleißig für seinen moralischen Fortschritt arbeitet, kann die Anzahl der physischen Inkarnationen verringern. Durch die Wiederholungen der Inkarnationen hier auf der Erde treffen sich dieselben Geister erneut und bekommen so die Gelegenheit, ihre gegenseitigen Fehler wieder gutzumachen. In der Reinkarnation gibt es keine Rückentwicklung. Zitat Kardec: „Geboren, sterben und wiedergeboren zu sein, immer voranschreiten, das ist das Gesetz.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.